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Mieth, Dietmar

Meister Eckhart

Meister Eckharts Faszination ist nicht nur für diejenigen spürbar, die sich mit neuen religiösen oder interreligiösen Impulsen beschäftigen. Er stößt auch darüber hinaus auf geistiges, literarisches und religionskritisches Interesse. Der Dominikaner Meister Eckhart (ca. 1260–1328) lehrte wie Albertus Magnus am Studium Generale der Dominikaner in Köln, aber auch zweimal, wie Thomas von Aquin, auf dem theologischen Lehrstuhl in Paris (1303/04 und 1311–1313). Man zählt ihn als Philosophen zu der Deutschen Albert-Schule, die eine Reihe von vorzüglichen Denkern hervorgebracht hat. Eckhart, der „magister sacrae scripturae“ (Professor der Heiligen Schrift), hat eine eigenständige Philosophie und Theologie entwickelt, die schon damals viele faszinierte und immer wieder neu entdeckt wurde. Seine letzten Jahre in Köln waren von einem Inquisitionsprozess überschattet, der gegenüber einem derart renommierten Lehrer der Theologie einzigartig war. Denn es ging dabei nicht primär um akademische Streitigkeiten, sondern um die pastorale Wirkung seiner deutschen Predigten und Schriften im Zusammenhang mit der Verfolgung von sog. „Freigeistern“, aber auch der „Beginen“, also religiös lebender Frauengemeinschaften. Dietmar Mieth versucht, Eckharts Profil als Denker, als Prediger und als Lebenslehrer darzustellen. Er sieht in ihm nicht einfach ein historisches Phänomen, sondern einen Vorausdenker. Zudem bezieht Mieth soziale Zusammenhänge, insbesondere die damaligen religiösen Frauenbewegungen, mit ein. Und nicht zuletzt nimmt er Stellung zu Eckharts Lehrkonflikt.

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Bibliografie

978-3-406-65986-7

Erschienen am 08. Mai 2014

298 S.

Softcover

Bibliografische Reihen

Broschur 16,95 € Kaufen
e-Book 13,99 € Kaufen
Inhalt
Vorwort
Einleitung
«Gott ist unser Anfang»: Michelangelos «Erschaffung Adams» und Eckharts Schöpfungslehre
«Das Leben schenkt die edelste Erkenntnis»: Eine praktische Metaphysik

I. Gott und Mensch
1. «Mit den natürlichen Gründen erkennen»: Philosophie und Theologie
2. «Ich bin, der Ich bin»: Gottes-Aufweis aus dem «Ich»
3. «Gott wirkt, und ich werde»: Der innerliche Gott
4. Die Fülle Gottes als Trinitätsargument: «Die Erkenntnis geht aus und kehrt als Liebe zurück»
5. «In unaufhörlichem Fluss»: Geschehen, Beziehung, prozessuale Struktur, Perspektivismus
6. «Der gerechte Mensch ist frei», aber «nicht oberhalb der Gnade»: Gnade und Freiheit
7. «Gott ist Denken»: Eine intellektuelle «Wirklichkeit»
8. «Der Leib ist in der Seele»: Leib und Seele

II. Einheit im Wort, im Denken und im Bild
9. Sprache, Exegese, Handlung: im Dienst einer praktischen Metaphysik
10. «Gleich bei Gott, weder darunter noch darüber»: Einheit, Univozität und Analogie Angriff und Verteidigung
11. «Wer im Bild ist, ist nicht außerhalb»: Die Bildlehre

III. Offenbarung, Wahrheit und Gewissheit
12. «Goldener Apfel im silbernen Netz»: Das bibeltheologische Auslegungsprogramm
13. «Alles Wissen ist um seiner selbst, nicht um eines anderen willen»: Die Wahrheit und die Freiheit der Wissenschaft im Horizont der Weisheit
14. «Der wahrhaft freie Geist wird in die Ewigkeit entrückt»: Abstraktion, Abgeschiedenheit, Überlassenheit, Armut, ohne Worumwillen – Eckharts Lebenslehre im Vergleich mit seiner Zeitgenossin Marguerite Porete
15. «Alle können es erfahren»: Die Gewissheit und der Durchbruch von innen

IV. Gottesgeburt und Gottesentzug
16. «Im Anfang war das Wort»: Christologie und Menschwerdung
17. «Auch im Sünder bleibt die Frucht des Werkes»: Kontingenz und Aposteriorität, das Nicht und die Sünde
18. «Die stille Wüste»: Dunkel, Gottesentzug und Schweigen
19. «Ihr sollt derselbe Sohn sein»: Innere Gottesgeburt – eine spezifisch christliche Erfahrung des Religiösen

V. Spiritualität, Ethik, Mystik
20. Aktion und Kontemplation: «Da ist nichts anderes als eines»
21. «Der edle Mensch»: Ethik als Aufwertung der individuellen Menschenwürde
Exkurs: Eckhart und Luther – ein Versuch der Annäherung und Differenzierung
22. Zwischen Glauben und Religion – Eckharts Zuordnung zur «Mystik»
23. «Wie ein Tropfen im Meer»: Interreligiöse Akzente 


VI. Häresie im Widerstreit
24. «Häresie ist eine Frage des Willens»: Leben und Prozess im Überblick
25. «Einer, der mehr wissen wollte, als nötig ist»: Die verurteilten Sätze
26. «Wie es dem Leser nützlich erscheint»: Zur Geschichte und zum Widerstreit der Interpretationen

Schluss: Meister Eckhart heute verstehen?

Anhang
Abkürzungen
Literaturverzeichnis
Namenregister
Sachregister 

Pressestimmen

Pressestimmen

"anspruchsvolle und theologisch engagierte Einführung"
Christian Ströbele, Geist & Leben, 2015



„Eine bereits lange fällige, handliche und gut lesbare Darstellung des Denkens des mittelalterlichen Philosophen, Predigers und Mystikers.“
Christine Büchner, Zeitzeichen, Januar 2015



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-65986-7

Erschienen am 08. Mai 2014

298 S.

Softcover

Softcover 16,95 € Kaufen
e-Book 13,99 € Kaufen

Mieth, Dietmar

Meister Eckhart

Meister Eckharts Faszination ist nicht nur für diejenigen spürbar, die sich mit neuen religiösen oder interreligiösen Impulsen beschäftigen. Er stößt auch darüber hinaus auf geistiges, literarisches und religionskritisches Interesse. Der Dominikaner Meister Eckhart (ca. 1260–1328) lehrte wie Albertus Magnus am Studium Generale der Dominikaner in Köln, aber auch zweimal, wie Thomas von Aquin, auf dem theologischen Lehrstuhl in Paris (1303/04 und 1311–1313). Man zählt ihn als Philosophen zu der Deutschen Albert-Schule, die eine Reihe von vorzüglichen Denkern hervorgebracht hat. Eckhart, der „magister sacrae scripturae“ (Professor der Heiligen Schrift), hat eine eigenständige Philosophie und Theologie entwickelt, die schon damals viele faszinierte und immer wieder neu entdeckt wurde. Seine letzten Jahre in Köln waren von einem Inquisitionsprozess überschattet, der gegenüber einem derart renommierten Lehrer der Theologie einzigartig war. Denn es ging dabei nicht primär um akademische Streitigkeiten, sondern um die pastorale Wirkung seiner deutschen Predigten und Schriften im Zusammenhang mit der Verfolgung von sog. „Freigeistern“, aber auch der „Beginen“, also religiös lebender Frauengemeinschaften. Dietmar Mieth versucht, Eckharts Profil als Denker, als Prediger und als Lebenslehrer darzustellen. Er sieht in ihm nicht einfach ein historisches Phänomen, sondern einen Vorausdenker. Zudem bezieht Mieth soziale Zusammenhänge, insbesondere die damaligen religiösen Frauenbewegungen, mit ein. Und nicht zuletzt nimmt er Stellung zu Eckharts Lehrkonflikt.
Webcode: https://www.chbeck.de/13072739

Inhalt

Vorwort
Einleitung
«Gott ist unser Anfang»: Michelangelos «Erschaffung Adams» und Eckharts Schöpfungslehre
«Das Leben schenkt die edelste Erkenntnis»: Eine praktische Metaphysik

I. Gott und Mensch
1. «Mit den natürlichen Gründen erkennen»: Philosophie und Theologie
2. «Ich bin, der Ich bin»: Gottes-Aufweis aus dem «Ich»
3. «Gott wirkt, und ich werde»: Der innerliche Gott
4. Die Fülle Gottes als Trinitätsargument: «Die Erkenntnis geht aus und kehrt als Liebe zurück»
5. «In unaufhörlichem Fluss»: Geschehen, Beziehung, prozessuale Struktur, Perspektivismus
6. «Der gerechte Mensch ist frei», aber «nicht oberhalb der Gnade»: Gnade und Freiheit
7. «Gott ist Denken»: Eine intellektuelle «Wirklichkeit»
8. «Der Leib ist in der Seele»: Leib und Seele

II. Einheit im Wort, im Denken und im Bild
9. Sprache, Exegese, Handlung: im Dienst einer praktischen Metaphysik
10. «Gleich bei Gott, weder darunter noch darüber»: Einheit, Univozität und Analogie Angriff und Verteidigung
11. «Wer im Bild ist, ist nicht außerhalb»: Die Bildlehre

III. Offenbarung, Wahrheit und Gewissheit
12. «Goldener Apfel im silbernen Netz»: Das bibeltheologische Auslegungsprogramm
13. «Alles Wissen ist um seiner selbst, nicht um eines anderen willen»: Die Wahrheit und die Freiheit der Wissenschaft im Horizont der Weisheit
14. «Der wahrhaft freie Geist wird in die Ewigkeit entrückt»: Abstraktion, Abgeschiedenheit, Überlassenheit, Armut, ohne Worumwillen – Eckharts Lebenslehre im Vergleich mit seiner Zeitgenossin Marguerite Porete
15. «Alle können es erfahren»: Die Gewissheit und der Durchbruch von innen

IV. Gottesgeburt und Gottesentzug
16. «Im Anfang war das Wort»: Christologie und Menschwerdung
17. «Auch im Sünder bleibt die Frucht des Werkes»: Kontingenz und Aposteriorität, das Nicht und die Sünde
18. «Die stille Wüste»: Dunkel, Gottesentzug und Schweigen
19. «Ihr sollt derselbe Sohn sein»: Innere Gottesgeburt – eine spezifisch christliche Erfahrung des Religiösen

V. Spiritualität, Ethik, Mystik
20. Aktion und Kontemplation: «Da ist nichts anderes als eines»
21. «Der edle Mensch»: Ethik als Aufwertung der individuellen Menschenwürde
Exkurs: Eckhart und Luther – ein Versuch der Annäherung und Differenzierung
22. Zwischen Glauben und Religion – Eckharts Zuordnung zur «Mystik»
23. «Wie ein Tropfen im Meer»: Interreligiöse Akzente 


VI. Häresie im Widerstreit
24. «Häresie ist eine Frage des Willens»: Leben und Prozess im Überblick
25. «Einer, der mehr wissen wollte, als nötig ist»: Die verurteilten Sätze
26. «Wie es dem Leser nützlich erscheint»: Zur Geschichte und zum Widerstreit der Interpretationen

Schluss: Meister Eckhart heute verstehen?

Anhang
Abkürzungen
Literaturverzeichnis
Namenregister
Sachregister 

Pressestimmen

"anspruchsvolle und theologisch engagierte Einführung"
Christian Ströbele, Geist & Leben, 2015


„Eine bereits lange fällige, handliche und gut lesbare Darstellung des Denkens des mittelalterlichen Philosophen, Predigers und Mystikers.“
Christine Büchner, Zeitzeichen, Januar 2015