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Baur, Eva Gesine

Mozart

Genius und Eros

Eva Gesine Baur erzählt Mozarts dissonantes Leben, ohne zu beschönigen, dass der Schöpfer unfassbarer Musik auch eine schwarze Seite hatte: Sich seines göttlichen Talents bewusst, log, trickste und intrigierte er. Er verschenkte Glückseligkeiten und verteilte Bösartigkeiten. Die Biographie versucht, diesen Abgrund auszuloten.
Mozart selbst hat das Problem in die Welt gesetzt, mit der sich seine Verehrer und seine Biographen herumschlagen: Er schrieb Briefe, die seine menschlichen Schwächen bloßlegen. Auch andere Zeitzeugnisse zeigen einen Genius, der alles andere als göttlich war. Seinen Vater, Salieri oder seine Frau Constanze zu Sündenböcken zu machen, verbieten die Fakten. Das Verständnis für das Werk und den Mann Mozart voneinander zu trennen erklärte bereits der Philosoph Norbert Elias als «künstlich, irreführend und unnötig». Wer weiß, wie rastlos und ruhelos seine Mitmenschen den Zappelphilipp Mozart erlebten, dem erschließt sich, warum er auf etwa 600 vollendete Werke 160 Fragmente hinterließ. Mozarts Leiden an seiner äußeren Hässlichkeit hilft, seine Begierde nach dem Schönen zu verstehen. Eva Gesine Baur macht deshalb den Widerspruch als Essenz von Mozarts Wesen und Werk zumKern der Lebenserzählung: Es ist derselbe Widerspruch, der den Eros kennzeichnet, wie er in Platons «Gastmahl» geschildert wird. Mit diesem Eros teilt Mozart die Rastlosigkeit. Mit ihm teilt er seine Tragik und sein Geheimnis: Er ist ein Mittler zwischen dem Überirdischen und dem Irdischen. Und daher ein unfassbares Phänomen.

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Bibliografie

978-3-406-74939-1

Erschienen am 17. Februar 2020

565 S., mit 19 Abbildungen

Softcover

Bibliografische Reihen

Broschur 16,95 € Kaufen
Inhalt
Inhalt

Vorwort
Mozart, der große Widerspruch
Eine Gebrauchsanweisung für dieses Buch

I.
1756: Poros und Penia
Oder: Sohn eines Strategen und einer Bedürftigen

II.
1761–1763: Zwischen Unverstand und Weisheit
Oder: Ein Kleinkind tanzt, rebelliert und komponiert

III.
1763–1766: Blüht auf und gedeiht, ermüdet und stirbt dahin
Oder: Reisen zwischen Todesnähe und Triumphen

IV.
1767/1768: Nirgendwo zu Hause
Oder: Auf der Flucht vor Pocken, Intrigen und Unverständnis

V.
1769/1770: Kühn, stark, beharrlich
Oder: Eine Blamage in Bologna, ein Sieg in Mailand

VI.
1771: Strebt nach Höherem
Oder: Ein Teenager träumt von der Hofanstellung

VII.
1772/1773: Auswege finden und Fallen stellen
Oder: Strategien und Tricks von Vater und Sohn

VIII.
1774/1775: Auf der Schwelle
Oder: Die Entdeckung der Liebe

IX.
1776/1777: Nicht gut und schön
Oder: Ein Jungmann ohne Reize und Rücksichtnahme

X.
1778: Sohn der Penia, immer bedürftig
Oder: Reise nach Paris mit großen Verlusten

XI.
1779/1780: Bote zwischen Göttern und Menschen
Oder: Die Erfindung des Idomeneo

XII.
1781: Ein gewaltiger Jäger
Oder: Ein Künstler auf der Fährte des Menschlichen

XIII.
1782: Ein Ränkeschmied
Oder: Verleumdung und Lügen für Erfolg und
Entführung

XIV.
1783: Was er heute gewinnt, zerrinnt ihm morgen
Oder: Eine Fahrt nach Salzburg bereichert und verarmt

XV.
1784: Schwebt wie Eros zwischen Himmel und Erde
Oder: Entrückung am Klavier, Vaterfreuden und
Freimaurerleiden

XVI.
1785: Vom Dämon beseelt
Oder: Rastlos als Unternehmer und Erfinder

XVII.
1786: Ein Weisheitsliebender
Oder: Figaro und das Verbergen der Wahrheit

XVIII.
1787: Weder gut noch schlecht
Oder: Die Feier des Wüstlings und Helden Don
Giovanni

XIX.
1788: Weder reich noch arm
Oder: Sinfonische Juwelen und Bettelbriefe

XX.
1789: Der Liebende aber ist anders beschaffen
Oder: Ein sehnsüchtiger Ehemann allein unterwegs

XXI.
1790: Trachtet nach Erkenntnis der Wahrheit
Oder: Così fan tutte und die Abgründe des Alltags

XXII.
1791: Bindet so das All zusammen
Oder: Zauberflöte, Requiem und das Ende

Anhang
Das Wesen des Eros
Der Dialog Diotimas mit Sokrates aus Platons Symposion
Mozarts Wohnungen in Wien
Anmerkungen
Literaturauswahl
Abbildungen
Namenregister

Pressestimmen

Pressestimmen

"Eine Fülle interessanter musikalischer und gesellschaftspolitischer Fakten. Die Lektüre ist spannend und uneingeschränkt empfehlenswert.“
Die Tagespost, Barbara Stühlmeyer



"Baur erzählt fesselnd und mit großer Eindringlichkeit."
Klaus Bellin, Lesart



"Hervorragend recherchiert, wissenschaftlich fundiert und spannend wie ein Roman."
Elfi Braschel, Südkurier



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-74939-1

Erschienen am 17. Februar 2020

565 S., mit 19 Abbildungen

Softcover

Softcover 16,95 € Kaufen

Baur, Eva Gesine

Mozart

Genius und Eros

Eva Gesine Baur erzählt Mozarts dissonantes Leben, ohne zu beschönigen, dass der Schöpfer unfassbarer Musik auch eine schwarze Seite hatte: Sich seines göttlichen Talents bewusst, log, trickste und intrigierte er. Er verschenkte Glückseligkeiten und verteilte Bösartigkeiten. Die Biographie versucht, diesen Abgrund auszuloten.
Mozart selbst hat das Problem in die Welt gesetzt, mit der sich seine Verehrer und seine Biographen herumschlagen: Er schrieb Briefe, die seine menschlichen Schwächen bloßlegen. Auch andere Zeitzeugnisse zeigen einen Genius, der alles andere als göttlich war. Seinen Vater, Salieri oder seine Frau Constanze zu Sündenböcken zu machen, verbieten die Fakten. Das Verständnis für das Werk und den Mann Mozart voneinander zu trennen erklärte bereits der Philosoph Norbert Elias als «künstlich, irreführend und unnötig». Wer weiß, wie rastlos und ruhelos seine Mitmenschen den Zappelphilipp Mozart erlebten, dem erschließt sich, warum er auf etwa 600 vollendete Werke 160 Fragmente hinterließ. Mozarts Leiden an seiner äußeren Hässlichkeit hilft, seine Begierde nach dem Schönen zu verstehen. Eva Gesine Baur macht deshalb den Widerspruch als Essenz von Mozarts Wesen und Werk zumKern der Lebenserzählung: Es ist derselbe Widerspruch, der den Eros kennzeichnet, wie er in Platons «Gastmahl» geschildert wird. Mit diesem Eros teilt Mozart die Rastlosigkeit. Mit ihm teilt er seine Tragik und sein Geheimnis: Er ist ein Mittler zwischen dem Überirdischen und dem Irdischen. Und daher ein unfassbares Phänomen.
Webcode: https://www.chbeck.de/30150048

Inhalt

Inhalt

Vorwort
Mozart, der große Widerspruch
Eine Gebrauchsanweisung für dieses Buch

I.
1756: Poros und Penia
Oder: Sohn eines Strategen und einer Bedürftigen

II.
1761–1763: Zwischen Unverstand und Weisheit
Oder: Ein Kleinkind tanzt, rebelliert und komponiert

III.
1763–1766: Blüht auf und gedeiht, ermüdet und stirbt dahin
Oder: Reisen zwischen Todesnähe und Triumphen

IV.
1767/1768: Nirgendwo zu Hause
Oder: Auf der Flucht vor Pocken, Intrigen und Unverständnis

V.
1769/1770: Kühn, stark, beharrlich
Oder: Eine Blamage in Bologna, ein Sieg in Mailand

VI.
1771: Strebt nach Höherem
Oder: Ein Teenager träumt von der Hofanstellung

VII.
1772/1773: Auswege finden und Fallen stellen
Oder: Strategien und Tricks von Vater und Sohn

VIII.
1774/1775: Auf der Schwelle
Oder: Die Entdeckung der Liebe

IX.
1776/1777: Nicht gut und schön
Oder: Ein Jungmann ohne Reize und Rücksichtnahme

X.
1778: Sohn der Penia, immer bedürftig
Oder: Reise nach Paris mit großen Verlusten

XI.
1779/1780: Bote zwischen Göttern und Menschen
Oder: Die Erfindung des Idomeneo

XII.
1781: Ein gewaltiger Jäger
Oder: Ein Künstler auf der Fährte des Menschlichen

XIII.
1782: Ein Ränkeschmied
Oder: Verleumdung und Lügen für Erfolg und
Entführung

XIV.
1783: Was er heute gewinnt, zerrinnt ihm morgen
Oder: Eine Fahrt nach Salzburg bereichert und verarmt

XV.
1784: Schwebt wie Eros zwischen Himmel und Erde
Oder: Entrückung am Klavier, Vaterfreuden und
Freimaurerleiden

XVI.
1785: Vom Dämon beseelt
Oder: Rastlos als Unternehmer und Erfinder

XVII.
1786: Ein Weisheitsliebender
Oder: Figaro und das Verbergen der Wahrheit

XVIII.
1787: Weder gut noch schlecht
Oder: Die Feier des Wüstlings und Helden Don
Giovanni

XIX.
1788: Weder reich noch arm
Oder: Sinfonische Juwelen und Bettelbriefe

XX.
1789: Der Liebende aber ist anders beschaffen
Oder: Ein sehnsüchtiger Ehemann allein unterwegs

XXI.
1790: Trachtet nach Erkenntnis der Wahrheit
Oder: Così fan tutte und die Abgründe des Alltags

XXII.
1791: Bindet so das All zusammen
Oder: Zauberflöte, Requiem und das Ende

Anhang
Das Wesen des Eros
Der Dialog Diotimas mit Sokrates aus Platons Symposion
Mozarts Wohnungen in Wien
Anmerkungen
Literaturauswahl
Abbildungen
Namenregister

Pressestimmen

"Eine Fülle interessanter musikalischer und gesellschaftspolitischer Fakten. Die Lektüre ist spannend und uneingeschränkt empfehlenswert.“
Die Tagespost, Barbara Stühlmeyer


"Baur erzählt fesselnd und mit großer Eindringlichkeit."
Klaus Bellin, Lesart


"Hervorragend recherchiert, wissenschaftlich fundiert und spannend wie ein Roman."
Elfi Braschel, Südkurier