Merken

Petersdorff, Dirk von

Nimm den langen Weg nach Haus

Gedichte

In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur hat der Lyriker, Literaturwissenschaftler, Essayist und Prosaautor Dirk von Petersdorff längst seinen Platz gefunden, vor allem mit seiner Lyrik. Sie schlägt einen innerhalb der jüngeren Autorengeneration unverwechselbaren Ton an, ist formbewusst, aber nicht streng, vermischt subtil die verschiedenen Sprachebenen und schafft es, die allerneuesten Phänomene der Alltagswelt mit den ältesten mythischen und literarischen Stoffen zu verklammern. Die Kontingenz und Prozesshaftigkeit des Daseins nimmt diese Lyrik ernst, hinter deren oft ironischer Gestimmtheit ein melancholisches Verlustgefühl spürbar wird, dem allerdings jede Verwerfungsgeste fremd ist.

Der vorliegende Band versammelt die besten Gedichte aus von Petersdorffs vorliegenden vier Lyrikbänden sowie neue Gedichte, darunter zahlreiche Liebesgedichte und den Zyklus "Die Vierzigjährigen", in dem sich auf bestechende Weise das Lebensgefühl einer Generation ablesen lässt, die sich in der Lebensmitte stärker verankert sieht als erwartet und der doch eine letzte Gewissheit fehlt, ob der eingeschlagene Weg der richtige war. Mit seiner Formenvielfalt und dem sprachlichen Reichtum, der philosophischen Grundierung, den Anspielungen und Verweisen, einem Gestus, der immer auf Zugänglichkeit setzt und doch tiefgründig und gedankenreich ist, nehmen diese Gedichte für sich ein und berühren und belohnen die Leser.

Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografie

978-3-406-72025-3

2. Auflage, 2017

102 S.

Softcover

Schlagwörter

Broschur 16,95 € Kaufen
Inhalt
Dezentriert in Delmenhorst
Am Grund der Diskurse ein Fisch
In der Tiefe
Haltlos sind wir
Solche devotio, solche Bescheidenheit
Parzival
Am Rande
10. Stock

Embleme für flüchtige Zeiten
Bert telefoniert mit einer Banane
Die Garagen im Hof
A7, Kasseler Berge
Im Museum der Geschichte
Auf dem Brocken
Wimbledon 1997
Tablette im Wasserglas
Ernst Jünger im Garten
Gewissheit
Flippern
Lübeck 1942
Warmes Wasser

Raucherecke
Raucherecke
Dianas Frage
Klage
Ich war mit Karl am Rhein
Orte
Der Sinn des Mont Blanc
Die Zukunft beginnt
Quedlinburg
Bierlied mit Benn

Die Vierzigjährigen
Alter Freund, alte Freundin
Glaspassagen Man trifft sich im Flur
Sonntagabend
Früher am Meer
Freitagabend
Morgens durch die Stadt
Verjüngung
Wintertrost
1989ff.
Zu Besuch
Zweifel im Mai

Sommerspiele
Falter
Liebesanfang
Nach der Liebe
Sommerspiele
Lass rauschen, Lieb, lass rauschen
Ganz von selbst
Der alte rote Golf
Naxos
Durch den Süden
Wenn wir uns nicht getroffen hätten
Alles am Morgen
Pflaumenfall

Nimm den langen Weg nach Haus
Nach dem Lesen in Petrarcas Briefen
Schwarzwald
In den Alpen
Grashüpfer auf der Windschutzscheibe
Sie sitzt auf der Treppe vorm Haus
Im Café, Saarbrücken
Nimm den langen Weg nach Haus
Hamburger Lektionen
Pressestimmen

Pressestimmen

"Das Gedicht steht im Zyklus 'Die Vierzigjährigen' des Lyrikbandes von 2010. Ernüchterung hat das Wort; ein Lebensmodell läuft aus. Erste Vorzeichen einer Midlife-Crisis? Man mag es so nennen. Bei einem Autor, der sich in der Lyriktradition auskennt und ihr so virtuos Paroli zu bieten weiß wie Dirk von Petersdorff, erinnert man sich aber auch der Verse eines Vorläufers, der 'Sachlichen Romanze' von Erich Kästner."
Walter Hinck, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. April 2011



"Von Petersdorffs Gedichte sind zugleich ernsthaft und leicht, konzentriert und gelassen, verständlich und tiefsinnig. Die Vielfalt der Formen wirkt so wenig aufgesetzt wie das Geflecht der Anspielungen."
Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung, 30. Januar 2011



"Formal greift von Petersdorff auf das zurück, was Helmut Lethen den 'Sound der Väter' genannt hat – in seinem Fall ist das das leichtschwere Parlando eines Tucholsky, eines Erich Kästner, aber auch eines Gottfried Benn. Und natürlich sind seine Gedichte ein bewusstes, so demütiges wie selbstbewusstes Spiel mit diesen Vorbildern. (…) Diese Enden sind die vielleicht größte Kunst von Dirk von Petersdorff: Hier lässt er es in jedem einzelnen Falle zum Showdown seiner temporeichen Mischung aus Romantikangst und Kapitulationshoffnung kommen. (…) Er hat für diese dunkle Gegenwartsdiagnose eine besonders schwingende, leichte Form gefunden."
Florian Illies, Die Zeit, 2. September 2010



"Dirk von Petersdorff ist ein retrograder Avantgardist. Alles Leben ist erst einmal Kunst, ehe es wieder Leben werden kann. Das zeigt faszinierend der neue Gedichtband 'Nimm den langen Weg nach Haus'. Er fasst das Beste aus früheren Bänden mit der jüngsten Produktion zusammen – und er markiert Petersdorffs Position, man möchte sagen: sein Programm.In Gedichten, die auf der Höhe der Zeit sind – in ihren Zweifeln und ihrem Charme. In Gedichten wie denen von Petersdorffs."
Harald Hartung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. November 2010



"‘Ich zog den Sack der Trauer aus, /den Selbstmitleid-, den Sorgensack’ heißt es in Dirk von Petersdorffs Gedicht ‘Nach dem Lesen in Petrarcas Briefen’. Nicht dass das unruhige Hin und Her des toskanischen Dichterkönigs aus dem 14. Jahrhundert, das unbestimmte Rätsel, die berühmte Treppe oder die innere Zerrissenheit darin fehlten. Aber das poetische Programm des 1966 in Kiel geborenen Germanisten, Essayisten und Lyrikers ist der Sprung aus der Zerknirschung in das Wagnis. Locker aus banalsten Alltagsdetails schöpfend, flaniert er elegant über alles hinweg, was auch nur entfernt nach ‘Tiefe’ klingen könnte. Die simplen Dinge, mit denen wir leben, abenteuern durch seine Zeilen. Wie Schwämme saugen die Texte die unterschiedlichsten Wirklichkeitsfetzen auf und arrangieren sie auf verschiedenen Stilebenen: Hohes steht neben Niederem, Erhabenes beim Witz, der Augenblick kokettiert mit der Ewigkeit. Das vorliegende Buch dokumentiert die Suche nach einer neuen, zeitgemäßen Ästhetik. Das gibt sich nie gelehrt, überzeugt mit einfachen Bildern: ‘Am Grund der Diskurse ein Fisch, ein / Fisch der nicht zu fassen ist’. Halt geben Paar- und Kreuzreime, Sonett und volksliedhafte Schlichtheit.
Das ist die detailgenaue, aber nie denunzierende Bestandsaufnahme einer Generation. Neu sind die Liebesgedichte des Kapitels ‘Sommerspiele’, die sinnenfreudig von Körperlichem erzählen, Momente von Alltagsglück skizzieren, wobei ein tragischer Unterton liedhaft leicht mitschwingt."
Dorothea von Törn, Literarische Welt, 4. November 2010



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-72025-3

2. Auflage , 2017

102 S.

Softcover

Softcover 16,95 € Kaufen

Petersdorff, Dirk von

Nimm den langen Weg nach Haus

Gedichte

In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur hat der Lyriker, Literaturwissenschaftler, Essayist und Prosaautor Dirk von Petersdorff längst seinen Platz gefunden, vor allem mit seiner Lyrik. Sie schlägt einen innerhalb der jüngeren Autorengeneration unverwechselbaren Ton an, ist formbewusst, aber nicht streng, vermischt subtil die verschiedenen Sprachebenen und schafft es, die allerneuesten Phänomene der Alltagswelt mit den ältesten mythischen und literarischen Stoffen zu verklammern. Die Kontingenz und Prozesshaftigkeit des Daseins nimmt diese Lyrik ernst, hinter deren oft ironischer Gestimmtheit ein melancholisches Verlustgefühl spürbar wird, dem allerdings jede Verwerfungsgeste fremd ist.

Der vorliegende Band versammelt die besten Gedichte aus von Petersdorffs vorliegenden vier Lyrikbänden sowie neue Gedichte, darunter zahlreiche Liebesgedichte und den Zyklus "Die Vierzigjährigen", in dem sich auf bestechende Weise das Lebensgefühl einer Generation ablesen lässt, die sich in der Lebensmitte stärker verankert sieht als erwartet und der doch eine letzte Gewissheit fehlt, ob der eingeschlagene Weg der richtige war. Mit seiner Formenvielfalt und dem sprachlichen Reichtum, der philosophischen Grundierung, den Anspielungen und Verweisen, einem Gestus, der immer auf Zugänglichkeit setzt und doch tiefgründig und gedankenreich ist, nehmen diese Gedichte für sich ein und berühren und belohnen die Leser.
Webcode: https://www.chbeck.de/22805637

Inhalt

Dezentriert in Delmenhorst
Am Grund der Diskurse ein Fisch
In der Tiefe
Haltlos sind wir
Solche devotio, solche Bescheidenheit
Parzival
Am Rande
10. Stock

Embleme für flüchtige Zeiten
Bert telefoniert mit einer Banane
Die Garagen im Hof
A7, Kasseler Berge
Im Museum der Geschichte
Auf dem Brocken
Wimbledon 1997
Tablette im Wasserglas
Ernst Jünger im Garten
Gewissheit
Flippern
Lübeck 1942
Warmes Wasser

Raucherecke
Raucherecke
Dianas Frage
Klage
Ich war mit Karl am Rhein
Orte
Der Sinn des Mont Blanc
Die Zukunft beginnt
Quedlinburg
Bierlied mit Benn

Die Vierzigjährigen
Alter Freund, alte Freundin
Glaspassagen Man trifft sich im Flur
Sonntagabend
Früher am Meer
Freitagabend
Morgens durch die Stadt
Verjüngung
Wintertrost
1989ff.
Zu Besuch
Zweifel im Mai

Sommerspiele
Falter
Liebesanfang
Nach der Liebe
Sommerspiele
Lass rauschen, Lieb, lass rauschen
Ganz von selbst
Der alte rote Golf
Naxos
Durch den Süden
Wenn wir uns nicht getroffen hätten
Alles am Morgen
Pflaumenfall

Nimm den langen Weg nach Haus
Nach dem Lesen in Petrarcas Briefen
Schwarzwald
In den Alpen
Grashüpfer auf der Windschutzscheibe
Sie sitzt auf der Treppe vorm Haus
Im Café, Saarbrücken
Nimm den langen Weg nach Haus
Hamburger Lektionen

Pressestimmen

"Das Gedicht steht im Zyklus 'Die Vierzigjährigen' des Lyrikbandes von 2010. Ernüchterung hat das Wort; ein Lebensmodell läuft aus. Erste Vorzeichen einer Midlife-Crisis? Man mag es so nennen. Bei einem Autor, der sich in der Lyriktradition auskennt und ihr so virtuos Paroli zu bieten weiß wie Dirk von Petersdorff, erinnert man sich aber auch der Verse eines Vorläufers, der 'Sachlichen Romanze' von Erich Kästner."
Walter Hinck, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. April 2011


"Von Petersdorffs Gedichte sind zugleich ernsthaft und leicht, konzentriert und gelassen, verständlich und tiefsinnig. Die Vielfalt der Formen wirkt so wenig aufgesetzt wie das Geflecht der Anspielungen."
Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung, 30. Januar 2011


"Formal greift von Petersdorff auf das zurück, was Helmut Lethen den 'Sound der Väter' genannt hat – in seinem Fall ist das das leichtschwere Parlando eines Tucholsky, eines Erich Kästner, aber auch eines Gottfried Benn. Und natürlich sind seine Gedichte ein bewusstes, so demütiges wie selbstbewusstes Spiel mit diesen Vorbildern. (…) Diese Enden sind die vielleicht größte Kunst von Dirk von Petersdorff: Hier lässt er es in jedem einzelnen Falle zum Showdown seiner temporeichen Mischung aus Romantikangst und Kapitulationshoffnung kommen. (…) Er hat für diese dunkle Gegenwartsdiagnose eine besonders schwingende, leichte Form gefunden."
Florian Illies, Die Zeit, 2. September 2010


"Dirk von Petersdorff ist ein retrograder Avantgardist. Alles Leben ist erst einmal Kunst, ehe es wieder Leben werden kann. Das zeigt faszinierend der neue Gedichtband 'Nimm den langen Weg nach Haus'. Er fasst das Beste aus früheren Bänden mit der jüngsten Produktion zusammen – und er markiert Petersdorffs Position, man möchte sagen: sein Programm.In Gedichten, die auf der Höhe der Zeit sind – in ihren Zweifeln und ihrem Charme. In Gedichten wie denen von Petersdorffs."
Harald Hartung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. November 2010


"‘Ich zog den Sack der Trauer aus, /den Selbstmitleid-, den Sorgensack’ heißt es in Dirk von Petersdorffs Gedicht ‘Nach dem Lesen in Petrarcas Briefen’. Nicht dass das unruhige Hin und Her des toskanischen Dichterkönigs aus dem 14. Jahrhundert, das unbestimmte Rätsel, die berühmte Treppe oder die innere Zerrissenheit darin fehlten. Aber das poetische Programm des 1966 in Kiel geborenen Germanisten, Essayisten und Lyrikers ist der Sprung aus der Zerknirschung in das Wagnis. Locker aus banalsten Alltagsdetails schöpfend, flaniert er elegant über alles hinweg, was auch nur entfernt nach ‘Tiefe’ klingen könnte. Die simplen Dinge, mit denen wir leben, abenteuern durch seine Zeilen. Wie Schwämme saugen die Texte die unterschiedlichsten Wirklichkeitsfetzen auf und arrangieren sie auf verschiedenen Stilebenen: Hohes steht neben Niederem, Erhabenes beim Witz, der Augenblick kokettiert mit der Ewigkeit. Das vorliegende Buch dokumentiert die Suche nach einer neuen, zeitgemäßen Ästhetik. Das gibt sich nie gelehrt, überzeugt mit einfachen Bildern: ‘Am Grund der Diskurse ein Fisch, ein / Fisch der nicht zu fassen ist’. Halt geben Paar- und Kreuzreime, Sonett und volksliedhafte Schlichtheit.
Das ist die detailgenaue, aber nie denunzierende Bestandsaufnahme einer Generation. Neu sind die Liebesgedichte des Kapitels ‘Sommerspiele’, die sinnenfreudig von Körperlichem erzählen, Momente von Alltagsglück skizzieren, wobei ein tragischer Unterton liedhaft leicht mitschwingt."
Dorothea von Törn, Literarische Welt, 4. November 2010