Cover: Blickle, Peter, Das Alte Europa

Blickle, Peter

Das Alte Europa

Hardcover 26,90 €
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Blickle, Peter

Das Alte Europa

Vom Hochmittelalter bis zur Moderne.

Peter Blickle bietet eine souveräne Darstellung des Alten Europa vom Spätmittelalter bis zur Moderne. Anhand zahlreicher Beispiele aus über 600 Jahren Geschichte und aus allen Regionen Europas von Skandinavien bis nach Italien und Spanien und von England bis nach Polen erhellt er die wichtigsten Strukturen, die Europa geprägt haben: Haus, Herrschaft und Kommune, Sakralität, Friede, Rechtsordnung und Policey. 

Peter Blickle erläutert in seiner umfassenden  Darstellung, wie die politische Organisationsform der Häuser die Gesellschaft der Bauern und – später – der Bürger auf einer horizontalen Ebene verbindet und sie über das Haus der Adligen und des Fürsten hierarchisch strukturiert. Die hohe Bedeutung des Hauses für die Entwicklung der Werte Solidarität und Recht erweist sich, wenn die Vielzahl der Häuser zur Gemeinde wird und Bauern und Bürger ihr Miteinander gemeinverträglich und so frei wie möglich organisieren. Diese Struktur – so zeigt der Autor anschaulich – ist in ihrer europaweit flächendeckenden Ausbreitung die Voraussetzung für den Siegeszug des Christentums, in dem der Erlöser als leidender Christus in die Mitte von Sakralität und Spiritualität rückt: Christus und die Märtyrer fördern durch ihr Vorbild die für die Gemeinschaft konstitutionell unverzichtbare Ethik des Mitleidens; zudem erscheint Christus als Inkarnation des gegen die herrschaftliche Unterjochung gerichteten Freiheitsbegriffs: Wenn Christus den Menschen befreit, dürfen weder weltliche noch geistliche Herren den Menschen wieder in Unfreiheit pressen. Weitere wichtige Kapitel sind dem wirtschaftlichen Selbständigkeitsbestreben der Höfe und Handwerksbetriebe, den zum Teil kleinteiligen Ordnungs- und Rechtsbestrebungen der Gemeinden sowie den für den Prozeß der Zivilisierung notwendigen Unruhen gewidmet.

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978-3-406-57171-8

Erschienen am 17. März 2008

320 S., mit 16 Abbildungen

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Inhalt
Thema – Zeitfenster und Bildausschnitt

MACHT UND GEWALT

1 Haus – das Strukturprinzip
1.1 Hauswirtschaft und Hausnotdurft
1.2 Hausherrschaft und Hausfriede
1.3 Haustheorien

2 Das Königshaus – 
die ständisch konsensgebundene Monarchie

2.1 Die Macht als Legitimation der Monarchie
2.2 Der Konsens der Stände
2.3 Vom Herrschaftsvertrag zum Gesellschaftsvertrag
2.4 Von den Ständeversammlungen zu den Parlamenten –
Kontinuitäten oder Diskontinuitäten?

3 Das Nachbarhaus –
die Kommune als Urgestein des Politischen

3.1 Ius statuendi und gemeindliche Selbstverwaltung –
das institutionelle Rückgrat des Kommunalismus
3.2 Kommunale Repräsentation – ein Weg zum Parlamentarismus?
3.3 Die Theoretisierung der Gemeinde – die Korporationslehre
der Juristen und ihre Inkorporation in die Staatstheorien
3.4 Vom Kommunalismus zum Republikanismus –
Jean-Jacques Rousseau, der Contrat social und die Erfindung
der Verfassung durch die französische Nationalversammlung

SAKRALITÄT UND SPIRITUALITÄT

4 Frömmigkeit
4.1 Die Pfarrei
4.2 Die Bewältigung des Lebens und die Sicherung des Heils

5 Hoc est enim corpus meum – die Kreuzigung im Abendmahl
5.1 Crucifixus est etiam pro nobis
5.2 Im Beichtstuhl und vor dem Konsistorium

FRIEDE – DER RECHTSRAHMEN
FÜR WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT

6 Frieden durch Recht
6.1 Gericht statt Gewalt – die Durchsetzung des Friedens
6.2 Strategien der Konfliktvermeidung
6.3 Autonomie und Sakralität des Rechts

7 Wirtschaft zwischen mittelalterlicher agrarischer Revolution
und moderner Industrieller Revolution

7.1 Von der Villikation zur hofbezogenen Landwirtschaft
7.2 Handwerk und Gewerbe zwischen Bedarfsdeckung
und Ästhetik
7.3 Wirtschaftsmentalitäten

8 Eine Gesellschaft zwischen Leibeigenschaft und Freiheit
8.1 Gesellschaft in Theorie und Praxis I – Stände, Freie und
Leibeigene
8.2 Aufstände für die Freiheit
8.3 Leibeigenschaft in Adelsrepubliken – Europas Osten
8.4 Gesellschaft in Theorie und Praxis II –
die Trennung vom Staat

DIE ORDNUNG
EINER ZIVILISIERTEN GESELLSCHAFT

9 Ungehorsam lernen
9.1 Unruhen – ein Kalender in Bildern
9.2 Unruhen – Deutungsmuster

10 Zivilisieren – durch Rationalisieren
10.1 Der Prozess der Rationalisierung Europas –
die Grundlegung durch Max Weber
10.2 Die kulturelle Wende – Zivilisation
10.3 «Sozialdisziplinierung» als Voraussetzung
der «Fundamentaldemokratisierung» – die Historisierung der Disziplin
10.4 Disziplinieren durch Strafen –
die «politische Ökonomie des Körpers»

11 Ordnung schaffen durch «gute Policeyen»
11.1 Warum sind die Policeyen gut?
11.2 Der normative Horizont
11.3 Institutionalisierungen
11.4 Ordnungstheorien – Wege in eine Politikwissenschaft 
Koda – Das Alte Europa und die Moderne

ANHANG

Anmerkungen
Quellen und Literatur
Bildnachweis
Zeittafel
Register
Pressestimmen

Pressestimmen

"Der Autor zeigt, wie einfache Bauern und Bürger beispielhaft Politik gestalten, demokratische Ordnungen schaffen und Europa allmählich zivilisieren. Das ist immer wieder erstaunlich und liest sich mitunter sogar ergreifend."
Urs Hafner, Neue Zürcher Zeitung, 21. Januar 2009



"Gleich mehrere Historiker der Vormoderne haben in diesem Jahr große Würfe gewagt: Johannes Fried ein fulminantes „Mittelalter“, (...) und Peter Blickle hat ein zwar schmales, aber ehrgeiziges Buch geschrieben. „Das Alte Europa“ heißt es. (...) Von seiner hohen Schweizer Warte reicht Blickles Blick weit über den alten Kontinent, er ist durchdringend und schärft den Sinn für das Eigene der europäischen Geschichte."
Christian Jostmann, Süddeutsche Zeitung, 12. Dezember 2008



"Das Buch ist ein wunderbar gelungener Versuch, die nicht immer friedvollen und glücklichen Zeitabschnitte Europas vom Hochmittelalter zur Moderne in ihren positiven Aspekten darzustellen. Positiv meint hier, dem Mittelalter seine düsteren Seiten zu nehmen und zu zeigen, wie im Mit- und Gegeneinander der unterschiedlichen Stände das moderne Gemeinwesen entstand."
Judith Heitkamp, Bayrischer Rundfunk Diwan, 2. August 2008



"(...) eine souveräne Darstellung des Mittelalters (...).
Obwohl Bücher über das Mittelalter, etwa von Jacques Le Goff oder Georges Duby, fast schon Bestseller sind, bleibt die Epoche im allgemeinen Bewusstsein nach wie vor ein dunkler Fleck. Das Buch von Peter Blickle über „Das Alte Europa“ könnte Abhilfe schaffen, wenn es die Verbreitung findet, die es verdient. Blickle ist ein großer Wurf gelungen, denn er schafft gleich zweierlei, und dies in eleganter, auch dem Nichtfachmann verständlicher Sprache."
Rudolf Walther, Tagesanzeiger, 27. Juni 2008



"In seine Gesamtschau über 600 Jahre europäische lässt Peter Blickle Quellen von Italien bis Skandinavien, von England bis Russland einfliessen. Seine präzise Sprache und die zahlreichen Querverweise ermöglichen das Eintauchen in den alten Kontinent, der dem modernen Europa Friede, Ordnung und Freiheit vererbt hat."
Peter Durtschi, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 25. Mai 2008



"Der Historiker Peter Blickle zeigt nun einmal mehr, dass der Kontinent schon vor dem Licht der Aufklärung eine Geschichte der Freiheit kannte, auch wenn sie nicht immer so genannt wurde. Sein Europa ist nicht in erster Linie das der Herrscher und ihrer Häuser, sondern das der Häuser einfacher Menschen. Haus, Kommune, Gemeinde und Recht: Das sind hier die konstitutiven Elemente. (…) Die Freiheit, zeigt Blickle, hat dicke, tief in die Geschichte des Kontinentes zurückreichende Wurzeln. Eine frohe Botschaft."
Thomas Schmid, Die Welt (Die Literarische Welt), 8. März 2008



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-57171-8

Erschienen am 17. März 2008

320 S., mit 16 Abbildungen

Hardcover

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Blickle, Peter

Das Alte Europa

Vom Hochmittelalter bis zur Moderne

Peter Blickle bietet eine souveräne Darstellung des Alten Europa vom Spätmittelalter bis zur Moderne. Anhand zahlreicher Beispiele aus über 600 Jahren Geschichte und aus allen Regionen Europas von Skandinavien bis nach Italien und Spanien und von England bis nach Polen erhellt er die wichtigsten Strukturen, die Europa geprägt haben: Haus, Herrschaft und Kommune, Sakralität, Friede, Rechtsordnung und Policey. 

Peter Blickle erläutert in seiner umfassenden  Darstellung, wie die politische Organisationsform der Häuser die Gesellschaft der Bauern und – später – der Bürger auf einer horizontalen Ebene verbindet und sie über das Haus der Adligen und des Fürsten hierarchisch strukturiert. Die hohe Bedeutung des Hauses für die Entwicklung der Werte Solidarität und Recht erweist sich, wenn die Vielzahl der Häuser zur Gemeinde wird und Bauern und Bürger ihr Miteinander gemeinverträglich und so frei wie möglich organisieren. Diese Struktur – so zeigt der Autor anschaulich – ist in ihrer europaweit flächendeckenden Ausbreitung die Voraussetzung für den Siegeszug des Christentums, in dem der Erlöser als leidender Christus in die Mitte von Sakralität und Spiritualität rückt: Christus und die Märtyrer fördern durch ihr Vorbild die für die Gemeinschaft konstitutionell unverzichtbare Ethik des Mitleidens; zudem erscheint Christus als Inkarnation des gegen die herrschaftliche Unterjochung gerichteten Freiheitsbegriffs: Wenn Christus den Menschen befreit, dürfen weder weltliche noch geistliche Herren den Menschen wieder in Unfreiheit pressen. Weitere wichtige Kapitel sind dem wirtschaftlichen Selbständigkeitsbestreben der Höfe und Handwerksbetriebe, den zum Teil kleinteiligen Ordnungs- und Rechtsbestrebungen der Gemeinden sowie den für den Prozeß der Zivilisierung notwendigen Unruhen gewidmet.
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Inhalt

Thema – Zeitfenster und Bildausschnitt

MACHT UND GEWALT

1 Haus – das Strukturprinzip
1.1 Hauswirtschaft und Hausnotdurft
1.2 Hausherrschaft und Hausfriede
1.3 Haustheorien

2 Das Königshaus – 
die ständisch konsensgebundene Monarchie

2.1 Die Macht als Legitimation der Monarchie
2.2 Der Konsens der Stände
2.3 Vom Herrschaftsvertrag zum Gesellschaftsvertrag
2.4 Von den Ständeversammlungen zu den Parlamenten –
Kontinuitäten oder Diskontinuitäten?

3 Das Nachbarhaus –
die Kommune als Urgestein des Politischen

3.1 Ius statuendi und gemeindliche Selbstverwaltung –
das institutionelle Rückgrat des Kommunalismus
3.2 Kommunale Repräsentation – ein Weg zum Parlamentarismus?
3.3 Die Theoretisierung der Gemeinde – die Korporationslehre
der Juristen und ihre Inkorporation in die Staatstheorien
3.4 Vom Kommunalismus zum Republikanismus –
Jean-Jacques Rousseau, der Contrat social und die Erfindung
der Verfassung durch die französische Nationalversammlung

SAKRALITÄT UND SPIRITUALITÄT

4 Frömmigkeit
4.1 Die Pfarrei
4.2 Die Bewältigung des Lebens und die Sicherung des Heils

5 Hoc est enim corpus meum – die Kreuzigung im Abendmahl
5.1 Crucifixus est etiam pro nobis
5.2 Im Beichtstuhl und vor dem Konsistorium

FRIEDE – DER RECHTSRAHMEN
FÜR WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT

6 Frieden durch Recht
6.1 Gericht statt Gewalt – die Durchsetzung des Friedens
6.2 Strategien der Konfliktvermeidung
6.3 Autonomie und Sakralität des Rechts

7 Wirtschaft zwischen mittelalterlicher agrarischer Revolution
und moderner Industrieller Revolution

7.1 Von der Villikation zur hofbezogenen Landwirtschaft
7.2 Handwerk und Gewerbe zwischen Bedarfsdeckung
und Ästhetik
7.3 Wirtschaftsmentalitäten

8 Eine Gesellschaft zwischen Leibeigenschaft und Freiheit
8.1 Gesellschaft in Theorie und Praxis I – Stände, Freie und
Leibeigene
8.2 Aufstände für die Freiheit
8.3 Leibeigenschaft in Adelsrepubliken – Europas Osten
8.4 Gesellschaft in Theorie und Praxis II –
die Trennung vom Staat

DIE ORDNUNG
EINER ZIVILISIERTEN GESELLSCHAFT

9 Ungehorsam lernen
9.1 Unruhen – ein Kalender in Bildern
9.2 Unruhen – Deutungsmuster

10 Zivilisieren – durch Rationalisieren
10.1 Der Prozess der Rationalisierung Europas –
die Grundlegung durch Max Weber
10.2 Die kulturelle Wende – Zivilisation
10.3 «Sozialdisziplinierung» als Voraussetzung
der «Fundamentaldemokratisierung» – die Historisierung der Disziplin
10.4 Disziplinieren durch Strafen –
die «politische Ökonomie des Körpers»

11 Ordnung schaffen durch «gute Policeyen»
11.1 Warum sind die Policeyen gut?
11.2 Der normative Horizont
11.3 Institutionalisierungen
11.4 Ordnungstheorien – Wege in eine Politikwissenschaft 
Koda – Das Alte Europa und die Moderne

ANHANG

Anmerkungen
Quellen und Literatur
Bildnachweis
Zeittafel
Register

Pressestimmen

"Der Autor zeigt, wie einfache Bauern und Bürger beispielhaft Politik gestalten, demokratische Ordnungen schaffen und Europa allmählich zivilisieren. Das ist immer wieder erstaunlich und liest sich mitunter sogar ergreifend."
Urs Hafner, Neue Zürcher Zeitung, 21. Januar 2009


"Gleich mehrere Historiker der Vormoderne haben in diesem Jahr große Würfe gewagt: Johannes Fried ein fulminantes „Mittelalter“, (...) und Peter Blickle hat ein zwar schmales, aber ehrgeiziges Buch geschrieben. „Das Alte Europa“ heißt es. (...) Von seiner hohen Schweizer Warte reicht Blickles Blick weit über den alten Kontinent, er ist durchdringend und schärft den Sinn für das Eigene der europäischen Geschichte."
Christian Jostmann, Süddeutsche Zeitung, 12. Dezember 2008


"Das Buch ist ein wunderbar gelungener Versuch, die nicht immer friedvollen und glücklichen Zeitabschnitte Europas vom Hochmittelalter zur Moderne in ihren positiven Aspekten darzustellen. Positiv meint hier, dem Mittelalter seine düsteren Seiten zu nehmen und zu zeigen, wie im Mit- und Gegeneinander der unterschiedlichen Stände das moderne Gemeinwesen entstand."
Judith Heitkamp, Bayrischer Rundfunk Diwan, 2. August 2008


"(...) eine souveräne Darstellung des Mittelalters (...).
Obwohl Bücher über das Mittelalter, etwa von Jacques Le Goff oder Georges Duby, fast schon Bestseller sind, bleibt die Epoche im allgemeinen Bewusstsein nach wie vor ein dunkler Fleck. Das Buch von Peter Blickle über „Das Alte Europa“ könnte Abhilfe schaffen, wenn es die Verbreitung findet, die es verdient. Blickle ist ein großer Wurf gelungen, denn er schafft gleich zweierlei, und dies in eleganter, auch dem Nichtfachmann verständlicher Sprache."
Rudolf Walther, Tagesanzeiger, 27. Juni 2008


"In seine Gesamtschau über 600 Jahre europäische lässt Peter Blickle Quellen von Italien bis Skandinavien, von England bis Russland einfliessen. Seine präzise Sprache und die zahlreichen Querverweise ermöglichen das Eintauchen in den alten Kontinent, der dem modernen Europa Friede, Ordnung und Freiheit vererbt hat."
Peter Durtschi, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 25. Mai 2008


"Der Historiker Peter Blickle zeigt nun einmal mehr, dass der Kontinent schon vor dem Licht der Aufklärung eine Geschichte der Freiheit kannte, auch wenn sie nicht immer so genannt wurde. Sein Europa ist nicht in erster Linie das der Herrscher und ihrer Häuser, sondern das der Häuser einfacher Menschen. Haus, Kommune, Gemeinde und Recht: Das sind hier die konstitutiven Elemente. (…) Die Freiheit, zeigt Blickle, hat dicke, tief in die Geschichte des Kontinentes zurückreichende Wurzeln. Eine frohe Botschaft."
Thomas Schmid, Die Welt (Die Literarische Welt), 8. März 2008