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Sauerländer, Willibald

Der katholische Rubens

Heilige und Märtyrer

Rubens wird bis heute gerühmt für seine Schilderung der menschlichen Leidenschaften, von der Grausamkeit bis zur erotischen Hingabe. Doch so diesseitig, wie wir meinen, war seine Kunst keineswegs. Sie schuf eine neue, lebendige Sprache für eine wieder erblühende Kirche, die sich soeben von den Konfessionskriegen des 16. Jahrhunderts erholte.
Nach den blutigen Kämpfen und den Bilderstürmen sollte der katholische Glaube nicht länger mit Gewalt erzwungen werden. Wie Bernini, so wollte auch Rubens durch eine sinnliche Kunst den Betrachter zum rechten Glauben überreden. Der farbige Glanz seiner Malerei, ihre Wärme und Festlichkeit, aber auch ihr Furor und ihre Klage waren dazu angetan, die Menschen religiös und ethisch zu bewegen. Willibald Sauerländer macht dies anhand von Rubens’ Altargemälden deutlich, deren ursprüngliche Bestimmung und Wirkung er eindrucksvoll vor Augen führt. Damit deckt er die eigentliche Botschaft dieser Bilder wieder auf und befreit sie von den säkularen Missverständnissen einer religionsfernen Nachwelt.

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Bibliografie

978-3-406-62362-2

Erschienen am 22. September 2011

304 S., mit 109 Abbildungen, davon 76 in Farbe

Hardcover (In Leinen)

Sonstiges 38,00 € Kaufen
Pressestimmen

Pressestimmen

"ein Buch, das sich von der ersten bis zur letzten Seite mit großem Gewinn liest und das sicherlich zu den bedeutendsten zu rechnen ist, die über den flämischen Maler geschrieben wurden. Vielleicht sogar zu einem der großen in der kunstwissenschaftlichen Literatur überhaupt."
Rouven Pons, Nassauische Annalen, Nr 123



"The greatest merit of Sauerländer’s book is that he makes these disconcerting aspects of the artist’s work easy to grasp. The language he uses is concise, straightforward and very readable (...). The fact that Sauerländer, a self-confessed agnostic, has engaged with the subject opens up new ways of seeing. In his opinion, Rubens’s religious paintings are a powerful fusion of pagan and Catholic beliefs. One cannot but agree with him."
Gerlinde Gruber, The Art Newspaper (International Edition), März 2012



"Willibald Sauerländer, der große Kunstforscher und Erklärer, der sich spöttisch gleich anfangs selbst als agnostischen Abkömmling reformierter Lehrer und Küster charakterisiert, zeichnet nun in einem so spannenden wie klugen Bilderbeschreibungsparcours ausgerechnet ein Porträt des ‚katholischen Rubens’ anhand ausgewählter Werke."
Manuel Brug, Die Welt, 26. November 2011



"Seit jeher hat sich die Rubens-Forschung für den Einfluss der neo-stoischen Ethik des Justus Lipsius auf den gelehrten Maler interessiert. Gewöhnlich werden die Gefolgsleute des Lipsius als skeptische Intellektuelle gekennzeichnet, frei von den Leidenschaften der Religionsparteien. Sauerländer weist jetzt darauf hin, dass das stoische Streben nach Unempfindlichkeit sich auch in konfessionelle Dienste nehmen ließ: als Anthropotechnik, die auf den Einsatz des Äußersten vorbereiten. (...) Der Scharfblick dieses großen Kunsthistorikers lässt sich vom Abscheulichen irritieren, aber nicht abschrecken."
Patrick Bahners, Literaturen, Dezember 2011/Janaur 2012



"Tatsächlich erschließt der kritische Blick des Agnostikers geistliche wie emotionale Tiefenschichten im Werk des Meisters, über die sich die Kunstgeschichtsschreibung der letzten Jahrzehnte mit tönenden Leerformeln sanft berauscht hinweggehangelt hat."
Gottfried Knapp, Süddeutsche Zeitung, 13. Oktober 2011



"[Sauerländers] Studie bedient nicht geläufige Bilder des flämischen Malers, sie streift allenfalls den virtuosen Universalisten der Malerei, den Erotiker und Vitalisten, den Weltbürger des Barocks und Hofkünstler, den Diplomaten, Moralisten und Sammler. Sauerländer verschreibt sich vielmehr dem zentralen Nervenbereich seiner Kunst, dem agitierenden Theologen, dem glühenden Glaubensstrategen und malenden Architekten einer nach dem Schock der Reformation wieder siegreichen römischen Kirche. (…) Sauerländer möchte alle Emanationen wieder zusammenfassen und auf ihr gleichsam spirituelles Triebzentrum, auf Rubens' Glaubensglut, beziehen. Er lässt sich von der Leidenschaft der Bilder so sehr packen, dass er die professionelle Wissenschaftssprache überwindet und für seine Analysen spannende erzählerische Formen wählt, in deren Dramaturgie die reichlich fließenden, zweisprachig zitierten biblischen und antiken, theologischen und humanistischen Quellen, die der hochbelesene Rubens sorgsam beachtete, eingearbeitet sind. (…) Das empathische Buch scheint von Rubens selbst inspiriert."
Eduard Beaucamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 2011



"Wohl ist Sauerländer nicht, wenn er Rubens der triumphierenden Kirche beispringen sieht. Und diese Reserve des Autors, der sich dem Leser als Agnostiker protestantischer Herkunft vorstellt, bekommt der Darstellung ausgezeichnet, zollt sie doch ihrerseits noch Rubens’ ungeheurer malerischer Überzeugungskraft Tribut."
Helmut Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 2011



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Bibliografie

978-3-406-62362-2

Erschienen am 22. September 2011

304 S., mit 109 Abbildungen, davon 76 in Farbe

Hardcover (In Leinen)

Hardcover (In Leinen) 38,00 € Kaufen

Sauerländer, Willibald

Der katholische Rubens

Heilige und Märtyrer

Rubens wird bis heute gerühmt für seine Schilderung der menschlichen Leidenschaften, von der Grausamkeit bis zur erotischen Hingabe. Doch so diesseitig, wie wir meinen, war seine Kunst keineswegs. Sie schuf eine neue, lebendige Sprache für eine wieder erblühende Kirche, die sich soeben von den Konfessionskriegen des 16. Jahrhunderts erholte.
Nach den blutigen Kämpfen und den Bilderstürmen sollte der katholische Glaube nicht länger mit Gewalt erzwungen werden. Wie Bernini, so wollte auch Rubens durch eine sinnliche Kunst den Betrachter zum rechten Glauben überreden. Der farbige Glanz seiner Malerei, ihre Wärme und Festlichkeit, aber auch ihr Furor und ihre Klage waren dazu angetan, die Menschen religiös und ethisch zu bewegen. Willibald Sauerländer macht dies anhand von Rubens’ Altargemälden deutlich, deren ursprüngliche Bestimmung und Wirkung er eindrucksvoll vor Augen führt. Damit deckt er die eigentliche Botschaft dieser Bilder wieder auf und befreit sie von den säkularen Missverständnissen einer religionsfernen Nachwelt.
Webcode: https://www.chbeck.de/8594345

Pressestimmen

"ein Buch, das sich von der ersten bis zur letzten Seite mit großem Gewinn liest und das sicherlich zu den bedeutendsten zu rechnen ist, die über den flämischen Maler geschrieben wurden. Vielleicht sogar zu einem der großen in der kunstwissenschaftlichen Literatur überhaupt."
Rouven Pons, Nassauische Annalen, Nr 123


"The greatest merit of Sauerländer’s book is that he makes these disconcerting aspects of the artist’s work easy to grasp. The language he uses is concise, straightforward and very readable (...). The fact that Sauerländer, a self-confessed agnostic, has engaged with the subject opens up new ways of seeing. In his opinion, Rubens’s religious paintings are a powerful fusion of pagan and Catholic beliefs. One cannot but agree with him."
Gerlinde Gruber, The Art Newspaper (International Edition), März 2012


"Willibald Sauerländer, der große Kunstforscher und Erklärer, der sich spöttisch gleich anfangs selbst als agnostischen Abkömmling reformierter Lehrer und Küster charakterisiert, zeichnet nun in einem so spannenden wie klugen Bilderbeschreibungsparcours ausgerechnet ein Porträt des ‚katholischen Rubens’ anhand ausgewählter Werke."
Manuel Brug, Die Welt, 26. November 2011


"Seit jeher hat sich die Rubens-Forschung für den Einfluss der neo-stoischen Ethik des Justus Lipsius auf den gelehrten Maler interessiert. Gewöhnlich werden die Gefolgsleute des Lipsius als skeptische Intellektuelle gekennzeichnet, frei von den Leidenschaften der Religionsparteien. Sauerländer weist jetzt darauf hin, dass das stoische Streben nach Unempfindlichkeit sich auch in konfessionelle Dienste nehmen ließ: als Anthropotechnik, die auf den Einsatz des Äußersten vorbereiten. (...) Der Scharfblick dieses großen Kunsthistorikers lässt sich vom Abscheulichen irritieren, aber nicht abschrecken."
Patrick Bahners, Literaturen, Dezember 2011/Janaur 2012


"Tatsächlich erschließt der kritische Blick des Agnostikers geistliche wie emotionale Tiefenschichten im Werk des Meisters, über die sich die Kunstgeschichtsschreibung der letzten Jahrzehnte mit tönenden Leerformeln sanft berauscht hinweggehangelt hat."
Gottfried Knapp, Süddeutsche Zeitung, 13. Oktober 2011


"[Sauerländers] Studie bedient nicht geläufige Bilder des flämischen Malers, sie streift allenfalls den virtuosen Universalisten der Malerei, den Erotiker und Vitalisten, den Weltbürger des Barocks und Hofkünstler, den Diplomaten, Moralisten und Sammler. Sauerländer verschreibt sich vielmehr dem zentralen Nervenbereich seiner Kunst, dem agitierenden Theologen, dem glühenden Glaubensstrategen und malenden Architekten einer nach dem Schock der Reformation wieder siegreichen römischen Kirche. (…) Sauerländer möchte alle Emanationen wieder zusammenfassen und auf ihr gleichsam spirituelles Triebzentrum, auf Rubens' Glaubensglut, beziehen. Er lässt sich von der Leidenschaft der Bilder so sehr packen, dass er die professionelle Wissenschaftssprache überwindet und für seine Analysen spannende erzählerische Formen wählt, in deren Dramaturgie die reichlich fließenden, zweisprachig zitierten biblischen und antiken, theologischen und humanistischen Quellen, die der hochbelesene Rubens sorgsam beachtete, eingearbeitet sind. (…) Das empathische Buch scheint von Rubens selbst inspiriert."
Eduard Beaucamp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 2011


"Wohl ist Sauerländer nicht, wenn er Rubens der triumphierenden Kirche beispringen sieht. Und diese Reserve des Autors, der sich dem Leser als Agnostiker protestantischer Herkunft vorstellt, bekommt der Darstellung ausgezeichnet, zollt sie doch ihrerseits noch Rubens’ ungeheurer malerischer Überzeugungskraft Tribut."
Helmut Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 2011