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Stein-Hölkeskamp, Elke

Das römische Gastmahl

Eine Kulturgeschichte

Wer lädt wen zum Dinner ein? Wo plaziert man welchen Gast? Wie sieht das räumliche Ambiente, wie die Einrichtung und wie das Geschirr beim Gastmahl in der römischen High-Society aus? Welche Gaumenkitzel, welche weiteren Sinnenfreuden und sonstigen Erbauungen hält der gute Gastgeber für seine Gäste bereit? All diese und viele weitere Fragen beantwortet Elke Stein-Hölkeskamp in ihrer wunderbaren Kulturgeschichte des römischen Gastmahls.
Mit großer Kennerschaft und viel Liebe zum Detail führt die Autorin ihre Leser ein in die Welt der Flamingozungen und des Falernerweins. Es ist die Welt des römischen Adels, in der alles, wirklich alles seine Bedeutung hatte, wenn man miteinander speiste. Das Selbstverständnis der gesellschaftlichen Elite manifestierte sich in jedem Ritual des Gastmahls. Wer sie nicht verstand, wurde zum Gespött, wer sie mißachtete, marginalisierte sich selbst und lieferte dem politischen Gegner Munition in der öffentlichen Auseinandersetzung: Die Dekadenz beim Mahl, der Verstoß gegen die bescheidenen, aber immerhin vorhandenen Tisch- und Speisesitten der Väter wurde gegeißelt – manchmal aus Überzeugung, oft aus Kalkül. Doch auch wer den Exzeß vermied, pflegte seine Art von Luxus, Lebensart und kultivierter Kompetenz im kulinarischen Bereich.
Wer sich heute von Küche und Keller, von Damen und Dichtern, von Exotik und Erotik – kurzum von allem, was dem Gastmahl der römischen Großen Glanz und Gloria verlieh – einen Eindruck verschaffen möchte, der darf sich dieses Lesevergnügen nicht entgehen lassen.

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Bibliografie

978-3-406-61202-2

2. Auflage, 2011

364 S., mit 18 Abbildungen und 4 Karten

Softcover

Schlagwörter

Broschur 29,95 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

Um- und Vorschau
Medien und Methoden: Die Texte und ihre Interpretation

Das Römische Gastmahl
I. Alltag und Festtag: Allgegenwart des Gastmahls

II. Die Einladungen: Spontaneität und Reziprozität

III. Die Teilnehmer: Homogenität und Hierarchie
1. Von den Grazien zu den Musen
2. Ciceronische convivia
3. Primus inter pares – Aristokraten und Kaiser beim Bankett
4. Dichter beim Mahl – oder: erdichtete Mähler
5. Damen beim Dinner – zu Tisch mit Lesbia und Livia
6. Junge und Alte – das Gastmahl als Schule des nobilis
7. Krumen für Clienten – Reiche und Arme beim Mahl
8. Vom locus consularis zum locus libertinus – Status beim Speisen

IV. Von der Tür zur Tafel: Das Gastmahl in Zeit und Raum
1. "Komm um die neunte Stunde" – der Beginn des Gastmahls
2. Die Speiseräume – "Tempel eines sittenlosen Zeitalters"
3. Elfenbein und Edelholz – das Mobiliar der Speiseräume
4. Geschirr mit Geschichte(n)
5. Fiktionen und Fakten – die cenatio der Kleopatra in Lucans Pharsalia

V. Ein kulinarischer Kosmos: Flamingozungen und Falerner
1. Lucullische Leckerbissen – die letzten Republikaner beim Mahl
2. Die exklusive Exotik des Eßbaren
3. "Falerner, Jahrgang des Opimius, hundertjährige" – der Adel eines alten Tropfens
4. Die Denaturierung der Delikatessen – der Diskurs der Dekadenz bei Seneca und seinen Zeitgenossen

VI. Gelehrte Gespräche, Flirts und andere Frivolitäten: Was trieben die Römer bei Tisch?
1. Ciceronische Zerstreuung
2. Amüsieren unter Augustus
3. Dichtung zum Dinner – oder: Dinner und Dinieren in der Dichtung
4. Die neue Frugalität der Flavier
5. Plinianisches Plaisir

VII. Heimkehr beim ersten Hahnenschrei: Das Ende des Gastmahls

Rück- und Umschau
Zwischen Moden und Metaphern: Das Gastmahl in der römischen Kultur

Anhang
Karten
Anmerkungen
Quellen und Literatur
Abbildungsnachweis
Glossar
Personenregister: Consuln und Connaisseurs, Dichter und Damen, Gastgeber und Gourmets

Pressestimmen

Pressestimmen

"So kann, so muss Kulturgeschichte geschrieben werden."
Gerhard Neumann, Die Zeit, 21. April 2005



"Für das römische Gastmahl dagegen als literarische Gattung wie als historisches Ereignis gab es bislang noch keine zusammenfassende Darstellung. Mit dem Buch der Althistorikerin Elke Stein-Hölkeskamp Das römische Gastmahl. Eine Kulturgeschichte liegt sie nun vor: als Antwort auf die Frage, ob es denn, für die Geschichte früherer Epochen, überhaupt einen zuverlässigen Blick auf die Welt außerhalb der Texte gebe? (...) Die größte Crux einer Kulturgeschichte weit zurückliegender Epochen liegt natürlich an der angemessenen Verwendung und Deutung der Quellen; hierüber gibt sich die Verfasserin genaue und produktive Rechenschaft. (...) Dieses Dilemma kulturhistorischer Argumentation löst Elke Stein-Hölkeskamp in ihrem Buch mit großer Umsicht: im ständigen Rückblick auf die Notwendigkeit, Fiktionen und Faktisches bei der Annäherung an die Rekonstruktion des längst vergangenen Konkreten aufeinander abzubilden und gegeneinander abzugleichen. Das mit großer Sorgfalt dokumentierte Buch gelangt zu der These, dass die Geschichte des römischen Gastmahls durch zwei differente Leitbilder von Mahlskultur geprägt ist. (...)
Das Buch ist, bei aller profunden Wissenschaftlichkeit, auf der es aufruht, gut und spannend zu lesen und eröffnet eine Fülle unbekannter Einsichten, die eine wichtige Wegstrecke des Nahrungs- als eines Kulturgeschehens, die bisher im Dunkeln lag, erhellen. Hier wird ein großes historisches Thema, in dem Alltagswirklichkeit und Weltpolitik zusammenstoßen, an einem begrenzten Fall, einer der kritischen Epochen der römischen Geschichte, beispielhaft behandelt. So kann, so muss vielleicht Kulturgeschichte geschrieben werden."
Gerhard Neumann, Die Zeit, 17/2005



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-61202-2

2. Auflage , 2011

364 S., mit 18 Abbildungen und 4 Karten

Softcover

Softcover 29,95 € Kaufen

Stein-Hölkeskamp, Elke

Das römische Gastmahl

Eine Kulturgeschichte

Wer lädt wen zum Dinner ein? Wo plaziert man welchen Gast? Wie sieht das räumliche Ambiente, wie die Einrichtung und wie das Geschirr beim Gastmahl in der römischen High-Society aus? Welche Gaumenkitzel, welche weiteren Sinnenfreuden und sonstigen Erbauungen hält der gute Gastgeber für seine Gäste bereit? All diese und viele weitere Fragen beantwortet Elke Stein-Hölkeskamp in ihrer wunderbaren Kulturgeschichte des römischen Gastmahls.
Mit großer Kennerschaft und viel Liebe zum Detail führt die Autorin ihre Leser ein in die Welt der Flamingozungen und des Falernerweins. Es ist die Welt des römischen Adels, in der alles, wirklich alles seine Bedeutung hatte, wenn man miteinander speiste. Das Selbstverständnis der gesellschaftlichen Elite manifestierte sich in jedem Ritual des Gastmahls. Wer sie nicht verstand, wurde zum Gespött, wer sie mißachtete, marginalisierte sich selbst und lieferte dem politischen Gegner Munition in der öffentlichen Auseinandersetzung: Die Dekadenz beim Mahl, der Verstoß gegen die bescheidenen, aber immerhin vorhandenen Tisch- und Speisesitten der Väter wurde gegeißelt – manchmal aus Überzeugung, oft aus Kalkül. Doch auch wer den Exzeß vermied, pflegte seine Art von Luxus, Lebensart und kultivierter Kompetenz im kulinarischen Bereich.
Wer sich heute von Küche und Keller, von Damen und Dichtern, von Exotik und Erotik – kurzum von allem, was dem Gastmahl der römischen Großen Glanz und Gloria verlieh – einen Eindruck verschaffen möchte, der darf sich dieses Lesevergnügen nicht entgehen lassen.
Webcode: https://www.chbeck.de/8272688

Inhalt

Vorwort

Um- und Vorschau
Medien und Methoden: Die Texte und ihre Interpretation

Das Römische Gastmahl
I. Alltag und Festtag: Allgegenwart des Gastmahls

II. Die Einladungen: Spontaneität und Reziprozität

III. Die Teilnehmer: Homogenität und Hierarchie
1. Von den Grazien zu den Musen
2. Ciceronische convivia
3. Primus inter pares – Aristokraten und Kaiser beim Bankett
4. Dichter beim Mahl – oder: erdichtete Mähler
5. Damen beim Dinner – zu Tisch mit Lesbia und Livia
6. Junge und Alte – das Gastmahl als Schule des nobilis
7. Krumen für Clienten – Reiche und Arme beim Mahl
8. Vom locus consularis zum locus libertinus – Status beim Speisen

IV. Von der Tür zur Tafel: Das Gastmahl in Zeit und Raum
1. "Komm um die neunte Stunde" – der Beginn des Gastmahls
2. Die Speiseräume – "Tempel eines sittenlosen Zeitalters"
3. Elfenbein und Edelholz – das Mobiliar der Speiseräume
4. Geschirr mit Geschichte(n)
5. Fiktionen und Fakten – die cenatio der Kleopatra in Lucans Pharsalia

V. Ein kulinarischer Kosmos: Flamingozungen und Falerner
1. Lucullische Leckerbissen – die letzten Republikaner beim Mahl
2. Die exklusive Exotik des Eßbaren
3. "Falerner, Jahrgang des Opimius, hundertjährige" – der Adel eines alten Tropfens
4. Die Denaturierung der Delikatessen – der Diskurs der Dekadenz bei Seneca und seinen Zeitgenossen

VI. Gelehrte Gespräche, Flirts und andere Frivolitäten: Was trieben die Römer bei Tisch?
1. Ciceronische Zerstreuung
2. Amüsieren unter Augustus
3. Dichtung zum Dinner – oder: Dinner und Dinieren in der Dichtung
4. Die neue Frugalität der Flavier
5. Plinianisches Plaisir

VII. Heimkehr beim ersten Hahnenschrei: Das Ende des Gastmahls

Rück- und Umschau
Zwischen Moden und Metaphern: Das Gastmahl in der römischen Kultur

Anhang
Karten
Anmerkungen
Quellen und Literatur
Abbildungsnachweis
Glossar
Personenregister: Consuln und Connaisseurs, Dichter und Damen, Gastgeber und Gourmets

Pressestimmen

"So kann, so muss Kulturgeschichte geschrieben werden."
Gerhard Neumann, Die Zeit, 21. April 2005


"Für das römische Gastmahl dagegen als literarische Gattung wie als historisches Ereignis gab es bislang noch keine zusammenfassende Darstellung. Mit dem Buch der Althistorikerin Elke Stein-Hölkeskamp Das römische Gastmahl. Eine Kulturgeschichte liegt sie nun vor: als Antwort auf die Frage, ob es denn, für die Geschichte früherer Epochen, überhaupt einen zuverlässigen Blick auf die Welt außerhalb der Texte gebe? (...) Die größte Crux einer Kulturgeschichte weit zurückliegender Epochen liegt natürlich an der angemessenen Verwendung und Deutung der Quellen; hierüber gibt sich die Verfasserin genaue und produktive Rechenschaft. (...) Dieses Dilemma kulturhistorischer Argumentation löst Elke Stein-Hölkeskamp in ihrem Buch mit großer Umsicht: im ständigen Rückblick auf die Notwendigkeit, Fiktionen und Faktisches bei der Annäherung an die Rekonstruktion des längst vergangenen Konkreten aufeinander abzubilden und gegeneinander abzugleichen. Das mit großer Sorgfalt dokumentierte Buch gelangt zu der These, dass die Geschichte des römischen Gastmahls durch zwei differente Leitbilder von Mahlskultur geprägt ist. (...)
Das Buch ist, bei aller profunden Wissenschaftlichkeit, auf der es aufruht, gut und spannend zu lesen und eröffnet eine Fülle unbekannter Einsichten, die eine wichtige Wegstrecke des Nahrungs- als eines Kulturgeschehens, die bisher im Dunkeln lag, erhellen. Hier wird ein großes historisches Thema, in dem Alltagswirklichkeit und Weltpolitik zusammenstoßen, an einem begrenzten Fall, einer der kritischen Epochen der römischen Geschichte, beispielhaft behandelt. So kann, so muss vielleicht Kulturgeschichte geschrieben werden."
Gerhard Neumann, Die Zeit, 17/2005