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Wolkenstein, Fabio

Die dunkle Seite der Christdemokratie

Geschichte einer autoritären Versuchung

In Ungarn wickelt Viktor Orbáns Fidesz-Partei gerade die Demokratie ab und beruft sich dabei besonders emphatisch auf die christdemokratische Tradition. Ein ungehöriger Affront, könnte man meinen. Aber wie ernst war es christdemokratischen Parteien in der Vergangenheit eigentlich mit der liberalen Demokratie?
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs feierte die Christdemokratie in Europa ihren Siegeszug. Dabei setzten sich besonnene Staatsmänner wie Konrad Adenauer, Alcide de Gasperi oder Robert Schuman auf einem vormals von Krieg und Gewalt geprägten Kontinent nachdrücklich für Frieden, Wiederaufbau und Stabilität ein. Dennoch hatte die Christdemokratie im Nachkriegseuropa auch eine dunkle Seite: Der autoritäre Geist des reaktionären politischen Katholizismus wirkte in ihr weiter, was sich etwa an der unverhohlenen Bewunderung vieler Christdemokraten für Diktatoren wie Franco und Salazar oder einem angespannten Verhältnis zur freien Presse und den Institutionen der liberalen Demokratie offenbarte. Durch die schrittweise Abkehr von konservativen Positionen – in Deutschland vor allem in der Ära Kohl vollzogen – erfuhr die Christdemokratie schließlich einen nachhaltigen Demokratisierungsschub. Allerdings war der Preis dafür eine ideologische Entkernung. Fabio Wolkenstein blickt in seinem Buch auf die lange und wechselvolle Geschichte der Christdemokratie in Europa zurück und fragt, welchen autoritären Versuchungen sie widerstanden, aber auch welchen sie nachgegeben hat. Dabei spannt er einen weiten Bogen bis zur Gegenwart: Welche Strategien des Machterhalts wählen christdemokratische Parteien heute?

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Bibliografie

978-3-406-78238-1

Erschienen am 12. Mai 2022

222 S.

Klappenbroschur

Bibliografische Reihen

Broschur 16,95 € Kaufen
e-Book 12,99 € Kaufen
Inhalt
Vorwort

I Einleitung: Die Herausforderungen einstiger Volksparteien
Christdemokratische Strategien – Die neue Achse der Christdemokratie – Wählerpräferenzen und Zukunftsszenarien – Wofür steht die Christdemokratie? – Eine andere Geschichte der Christdemokratie

II Die antidemokratischen Wurzeln der Christdemokratie
Auf der Suche nach einer Definition – Die Theorie integrativer Politik – Die katholische Soziallehre – Ist die Kirche demokratiefähig? – Politischer Katholizismus nach der Revolution – Von 1848 zum Syllabus errorum und Non expedit – Eine katholische Partei? – Zwischen Autoritarismus und Demokratie (1900– 1945) – Vier Spielarten des politischen Katholizismus – Aufbruch in die Nachkriegszeit

III Selbstbewusste Volksparteien, gute Demokraten?
Vorsichtiges Umdenken im Vatikan – Wahre und falsche Demokratie – Der christliche «dritte Weg» – Eine «postliberale» Verfassung – Antimaterialismus und Antiprotestantismus – Illiberale Momente, rechte Appelle, eingeschränkte Demokratie – Der andere Westen: Bewunderung für Franco – Die Liberalisierung der Christdemokratie

IV Christdemokratie im neuen Europa
Ideologische Krisen und neue Partnerschaften – Die folgenschwere Expansion einer Parteienfamilie – «Hallo, Diktator!» – Ist Orbán wirklich ein Christdemokrat? – Die historischen Lehren von 1945 vs. 1989 – Ideologiebefreite Opportunisten?  – Der neue politische Katholizismus jenseits der Christdemokratie

V Schluss


Dank
Anmerkungen
Personenregister
Pressestimmen

Pressestimmen

„Ein informativer historischer Streifzug“
Herder Korrespondenz, Dana Kim Hansen-Strosche


„Eloquent geschrieben, beleuchtet es die Spannungslinien zwischen Demokratieentwicklung und Demokratiegefährdung“ 

Falter, Sieglinde Rosenberger



„Geht mit den Christlich-Sozialen hart ins Gericht.“
Der Standard, Walter Müller



„Fundierte Aufarbeitung einer Parteiengeschichte, die sich besonders innerhalb der EU immer wieder neu – und nicht immer zum Besten – definiert“

Kleine Zeitung, Andreas Lieb



„Was Fabio Wolkenstein hier vorgelegt hat, ist eine reflektierte, differenzierte Gesamtschau dessen, was allenthalben das „Hohe C in der Politik“ genannt wurde.“
EU-Parlamentarier, Lukas Mandl



„Fabio Wolkenstein (macht sich) verdient um die Aufhellung einer nicht nur von ihm so bezeichneten 'dunklen Seite der Christdemokratie'."
Südwestpresse, Gunther Hartwig



„Diese Neuerscheinung über Geschichte und Selbstverständnis der Christdemokratie setzt historische Kenntnisse und politisches Interesse voraus. Wer sich darauf einlässt, lernt Spannendes über den politisch reaktionären Katholizismus als Geburtshelfer der Christdemokratie.“
Hessische Allgemeine



„Nach der Ära Merkel versucht die deutsche Christdemokratie, sich neu aufzustellen … Welche Gefahren und Möglichkeiten auf diesem Weg warten, hat der Wiener Politikwissenschaftler Fabio Wolkenstein nun in einem Buch näher ausgeführt“ 

Deutschlandfunk, Catrin Stövesand



„reflects on how Christian Democracy may have changed over the past half a century“ 

Podcast Review of Democracy, Ferenc Laczó



„anschaulichen Beschreibung […] Der Autor dramatisiert in seiner Darstellung nicht und liefert eine differenzierte Sicht.“
Humanistischer Pressedienst, Armin Pfahl-Traughber



„Eine interessant zu lesende Abhandlung über die Christdemokratie und ihr Verhältnis zu den konservativen und rechten Rändern der Gesellschaft“
Portal für Politikwissenschaft, Rainer Lisokowski



„Wolkensteins Buch erscheint zu einem äußerst wichtigen Zeitpunkt, da im deutschsprachigen Raum eine intensive Debatte über die künftige Ausrichtung der (christdemokratischen) Bewegung geführt wird."
Dagbladet Information



„In seinem ausgezeichneten neuen Buch zeigt Fabio Wolkenstein, was die europäische Geschichte der Christdemokratie ausmacht."
Dagbladet Information, Nicolai von Eggers



„Lektüre, die uns genau lehrt, worauf es zu achten gilt, wenn die autoritären Tendenzen im vermeintlichen demokratischen Zentrum offenbar werden.“
thelittlequeerreview, Hans M. Siglbauer



"Das kann ja heiter werden: ... Über dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung brechen sich noch immer unverstandene west-östliche Seelenlagen Bahn. ... Es wird am Ende nicht nur heiter, sondern auch gruselig."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rainer Hank



„Was den Zustand und die Zukunft der europäischen Christdemokratie betrifft, so ist Wolkensteins Diagnose vorsichtig-pessimistisch.“
Süddeutsche Zeitung, Rudolf Walther



„Wer sich darauf einlässt, lernt Spannendes über den politisch reaktionären Katholizismus als Geburtshelfer der Christdemokratie.“
Frankfurter Neue Presse



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Bibliografie

978-3-406-78238-1

Erschienen am 12. Mai 2022

222 S.

Klappenbroschur

Klappenbroschur 16,95 € Kaufen
e-Book 12,99 € Kaufen

Wolkenstein, Fabio

Die dunkle Seite der Christdemokratie

Geschichte einer autoritären Versuchung

In Ungarn wickelt Viktor Orbáns Fidesz-Partei gerade die Demokratie ab und beruft sich dabei besonders emphatisch auf die christdemokratische Tradition. Ein ungehöriger Affront, könnte man meinen. Aber wie ernst war es christdemokratischen Parteien in der Vergangenheit eigentlich mit der liberalen Demokratie?
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs feierte die Christdemokratie in Europa ihren Siegeszug. Dabei setzten sich besonnene Staatsmänner wie Konrad Adenauer, Alcide de Gasperi oder Robert Schuman auf einem vormals von Krieg und Gewalt geprägten Kontinent nachdrücklich für Frieden, Wiederaufbau und Stabilität ein. Dennoch hatte die Christdemokratie im Nachkriegseuropa auch eine dunkle Seite: Der autoritäre Geist des reaktionären politischen Katholizismus wirkte in ihr weiter, was sich etwa an der unverhohlenen Bewunderung vieler Christdemokraten für Diktatoren wie Franco und Salazar oder einem angespannten Verhältnis zur freien Presse und den Institutionen der liberalen Demokratie offenbarte. Durch die schrittweise Abkehr von konservativen Positionen – in Deutschland vor allem in der Ära Kohl vollzogen – erfuhr die Christdemokratie schließlich einen nachhaltigen Demokratisierungsschub. Allerdings war der Preis dafür eine ideologische Entkernung. Fabio Wolkenstein blickt in seinem Buch auf die lange und wechselvolle Geschichte der Christdemokratie in Europa zurück und fragt, welchen autoritären Versuchungen sie widerstanden, aber auch welchen sie nachgegeben hat. Dabei spannt er einen weiten Bogen bis zur Gegenwart: Welche Strategien des Machterhalts wählen christdemokratische Parteien heute?
Webcode: https://www.chbeck.de/33245322

Inhalt

Vorwort

I Einleitung: Die Herausforderungen einstiger Volksparteien
Christdemokratische Strategien – Die neue Achse der Christdemokratie – Wählerpräferenzen und Zukunftsszenarien – Wofür steht die Christdemokratie? – Eine andere Geschichte der Christdemokratie

II Die antidemokratischen Wurzeln der Christdemokratie
Auf der Suche nach einer Definition – Die Theorie integrativer Politik – Die katholische Soziallehre – Ist die Kirche demokratiefähig? – Politischer Katholizismus nach der Revolution – Von 1848 zum Syllabus errorum und Non expedit – Eine katholische Partei? – Zwischen Autoritarismus und Demokratie (1900– 1945) – Vier Spielarten des politischen Katholizismus – Aufbruch in die Nachkriegszeit

III Selbstbewusste Volksparteien, gute Demokraten?
Vorsichtiges Umdenken im Vatikan – Wahre und falsche Demokratie – Der christliche «dritte Weg» – Eine «postliberale» Verfassung – Antimaterialismus und Antiprotestantismus – Illiberale Momente, rechte Appelle, eingeschränkte Demokratie – Der andere Westen: Bewunderung für Franco – Die Liberalisierung der Christdemokratie

IV Christdemokratie im neuen Europa
Ideologische Krisen und neue Partnerschaften – Die folgenschwere Expansion einer Parteienfamilie – «Hallo, Diktator!» – Ist Orbán wirklich ein Christdemokrat? – Die historischen Lehren von 1945 vs. 1989 – Ideologiebefreite Opportunisten?  – Der neue politische Katholizismus jenseits der Christdemokratie

V Schluss


Dank
Anmerkungen
Personenregister

Pressestimmen

„Ein informativer historischer Streifzug“
Herder Korrespondenz, Dana Kim Hansen-Strosche


„Eloquent geschrieben, beleuchtet es die Spannungslinien zwischen Demokratieentwicklung und Demokratiegefährdung“ 

Falter, Sieglinde Rosenberger


„Geht mit den Christlich-Sozialen hart ins Gericht.“
Der Standard, Walter Müller


„Fundierte Aufarbeitung einer Parteiengeschichte, die sich besonders innerhalb der EU immer wieder neu – und nicht immer zum Besten – definiert“

Kleine Zeitung, Andreas Lieb


„Was Fabio Wolkenstein hier vorgelegt hat, ist eine reflektierte, differenzierte Gesamtschau dessen, was allenthalben das „Hohe C in der Politik“ genannt wurde.“
EU-Parlamentarier, Lukas Mandl


„Fabio Wolkenstein (macht sich) verdient um die Aufhellung einer nicht nur von ihm so bezeichneten 'dunklen Seite der Christdemokratie'."
Südwestpresse, Gunther Hartwig


„Diese Neuerscheinung über Geschichte und Selbstverständnis der Christdemokratie setzt historische Kenntnisse und politisches Interesse voraus. Wer sich darauf einlässt, lernt Spannendes über den politisch reaktionären Katholizismus als Geburtshelfer der Christdemokratie.“
Hessische Allgemeine


„Nach der Ära Merkel versucht die deutsche Christdemokratie, sich neu aufzustellen … Welche Gefahren und Möglichkeiten auf diesem Weg warten, hat der Wiener Politikwissenschaftler Fabio Wolkenstein nun in einem Buch näher ausgeführt“ 

Deutschlandfunk, Catrin Stövesand


„reflects on how Christian Democracy may have changed over the past half a century“ 

Podcast Review of Democracy, Ferenc Laczó


„anschaulichen Beschreibung […] Der Autor dramatisiert in seiner Darstellung nicht und liefert eine differenzierte Sicht.“
Humanistischer Pressedienst, Armin Pfahl-Traughber


„Eine interessant zu lesende Abhandlung über die Christdemokratie und ihr Verhältnis zu den konservativen und rechten Rändern der Gesellschaft“
Portal für Politikwissenschaft, Rainer Lisokowski


„Wolkensteins Buch erscheint zu einem äußerst wichtigen Zeitpunkt, da im deutschsprachigen Raum eine intensive Debatte über die künftige Ausrichtung der (christdemokratischen) Bewegung geführt wird."
Dagbladet Information


„In seinem ausgezeichneten neuen Buch zeigt Fabio Wolkenstein, was die europäische Geschichte der Christdemokratie ausmacht."
Dagbladet Information, Nicolai von Eggers


„Lektüre, die uns genau lehrt, worauf es zu achten gilt, wenn die autoritären Tendenzen im vermeintlichen demokratischen Zentrum offenbar werden.“
thelittlequeerreview, Hans M. Siglbauer


"Das kann ja heiter werden: ... Über dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung brechen sich noch immer unverstandene west-östliche Seelenlagen Bahn. ... Es wird am Ende nicht nur heiter, sondern auch gruselig."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rainer Hank


„Was den Zustand und die Zukunft der europäischen Christdemokratie betrifft, so ist Wolkensteins Diagnose vorsichtig-pessimistisch.“
Süddeutsche Zeitung, Rudolf Walther


„Wer sich darauf einlässt, lernt Spannendes über den politisch reaktionären Katholizismus als Geburtshelfer der Christdemokratie.“
Frankfurter Neue Presse