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Assmann, Aleida

Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur

Eine Intervention

Im Ausland gilt die deutsche Erinnerungskultur als Erfolgsgeschichte und als Vorbild. Innerhalb des Landes aber wird sie immer öfter Gegenstand von Unbehagen und Kritik. Indem die Generation der Zeitzeugen abtritt, die Deutungsmacht der 68er schwindet und Deutschland sich zunehmend als eine Einwanderungsgesellschaft begreift, steht auch die Erinnerung an den Holocaust vor neuen Herausforderungen. Aleida Asmann nimmt in diesem Buch die kritischen Stimmen zum Anlass, die Zukunft unserer Erinnerungskultur neu zu überdenken.
In den letzten drei Jahrzehnten ist die deutsche Erinnerungskultur mit großer Energie, finanziellem Aufwand und bürgerschaftlichem Engagement aufgebaut worden. Mit einer Fülle von Institutionen und Initiativen, Gedenkstätten und Museen, Veranstaltungen und Programmen ist sie inzwischen für alle unübersehbar geworden. Sie ist durch die Medien ganz selbstverständlich in den Alltag eingebettet, vor der Haustür in Gestalt von Stolpersteinen präsent und überregional sichtbar in herausragenden Bauten und Monumenten. Doch nach dieser emsigen Phase des Aufbaus steht die deutsche Erinnerungskultur heute auf dem Prüfstand. Aleida Assmann greift in ihrem Buch Themen und Stichworte aus dem aktuellen Diskurs des Unbehagens auf und nimmt sie zum Ausgangspunkt für eine grundsätzliche Befragung unserer Erinnerungskultur. Welche Rolle soll diese Erinnerung fortan in unserer Gesellschaft spielen? Soll sie überhaupt fortgesetzt werden, und wenn ja, wie? Wohin soll der Weg gehen, und wer soll ihn gehen? Dabei richtet Aleida Assmann den Blick auch auf andere Länder und deren Umgang mit der Vergangenheit und befreit die deutsche Debatte damit aus ihrer Selbstbezüglichkeit.

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Bibliografie

978-3-406-69243-7

2. Auflage, 2016

231 S.

Klappenbroschur

Bibliografische Reihen

Broschur 16,95 € Kaufen
Inhalt

INHALT

EINLEITUNG

VERGESSEN, BESCHWEIGEN, ERINNERN

1. Probleme mit der Gedächtnisforschung
Individuelles und kollektives Gedächtnis
Geschichte und Gedächtnis
Kulturelles Gedächtnis
Identitätsbezug
Bedeutungen des Begriffs ‹Erinnerungskultur>

2. Arbeit am deutschen Familiengedächtnis – eine unendliche Geschichte?
Das Schweigen brechen – der ZDF-Dreiteiler ‹Unsere Mütter, unsere Väter›
Die Latenz des Schweigens – Hermann Lübbes Thesen zur deutschen Nachkriegsgeschichte
Schlussstrich und Trennungsstrich
Externalisierung und Internalisierung
Das Crescendo der Holocaust-Erinnerung

3. Probleme mit der deutschen Erinnerungskultur
Weltmeister im Erinnern?
Deutungsmacht und gefühlte Opfer – Erinnerungskultur als Generationenkonflikt
Der Holocaust als negativer Gründungsmythos Fertig erinnert?
Ritualisierung
Political Correctness
Moralisierung und Historisierung

PRAXISFELDER DER DEUTSCHEN ERINNERUNGSKULTUR

4. Die Erinnerung an zwei deutsche Diktaturen
Die Erinnerung an die DDR – ein deutscher Sonderweg?
Die Rede von den beiden deutschen Diktaturen
Vergangenheitsbewahrung und Vergangenheitsbewältigung
Die Erinnerung an die Opfer der DDR
Die Europäisierung der DDR-Erinnerung

5. Erinnern in der Migrationsgesellschaft
Negative Erinnerung als Bürgerrecht?
Das ethnische Paradox und die Pluralisierung des nationalen Gedächtnisses
Der Schock des 4. November 2011
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Empathie zwischen Differenz und Ähnlichkeit

TRANSNATIONALE PERSPEKTIVEN

6. Opferkonkurrenzen
Exklusive und inklusive Opferdiskurse
Europas gespaltenes Gedächtnis
Politik der Reue
Historische Wunden
Verknüpfte Erinnerungen (multidirectional memories)

7. Vier Modelle für den Umgang mit traumatischer Vergangenheit
Erinnern oder vergessen?
Dialogisches Vergessen
Erinnern, um niemals zu vergessen
Erinnern, um zu überwinden
Dialogisches Erinnern

SCHLUSS: PRÄMISSEN DER NEUEN ERINNERUNGSKULTUR

ANHANG
Anmerkungen
Personenregister

Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-69243-7

2. Auflage , 2016

231 S.

Klappenbroschur

Klappenbroschur 16,95 € Kaufen

Assmann, Aleida

Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur

Eine Intervention

Im Ausland gilt die deutsche Erinnerungskultur als Erfolgsgeschichte und als Vorbild. Innerhalb des Landes aber wird sie immer öfter Gegenstand von Unbehagen und Kritik. Indem die Generation der Zeitzeugen abtritt, die Deutungsmacht der 68er schwindet und Deutschland sich zunehmend als eine Einwanderungsgesellschaft begreift, steht auch die Erinnerung an den Holocaust vor neuen Herausforderungen. Aleida Asmann nimmt in diesem Buch die kritischen Stimmen zum Anlass, die Zukunft unserer Erinnerungskultur neu zu überdenken.
In den letzten drei Jahrzehnten ist die deutsche Erinnerungskultur mit großer Energie, finanziellem Aufwand und bürgerschaftlichem Engagement aufgebaut worden. Mit einer Fülle von Institutionen und Initiativen, Gedenkstätten und Museen, Veranstaltungen und Programmen ist sie inzwischen für alle unübersehbar geworden. Sie ist durch die Medien ganz selbstverständlich in den Alltag eingebettet, vor der Haustür in Gestalt von Stolpersteinen präsent und überregional sichtbar in herausragenden Bauten und Monumenten. Doch nach dieser emsigen Phase des Aufbaus steht die deutsche Erinnerungskultur heute auf dem Prüfstand. Aleida Assmann greift in ihrem Buch Themen und Stichworte aus dem aktuellen Diskurs des Unbehagens auf und nimmt sie zum Ausgangspunkt für eine grundsätzliche Befragung unserer Erinnerungskultur. Welche Rolle soll diese Erinnerung fortan in unserer Gesellschaft spielen? Soll sie überhaupt fortgesetzt werden, und wenn ja, wie? Wohin soll der Weg gehen, und wer soll ihn gehen? Dabei richtet Aleida Assmann den Blick auch auf andere Länder und deren Umgang mit der Vergangenheit und befreit die deutsche Debatte damit aus ihrer Selbstbezüglichkeit.
Webcode: https://www.chbeck.de/16163257

Inhalt

INHALT

EINLEITUNG

VERGESSEN, BESCHWEIGEN, ERINNERN

1. Probleme mit der Gedächtnisforschung
Individuelles und kollektives Gedächtnis
Geschichte und Gedächtnis
Kulturelles Gedächtnis
Identitätsbezug
Bedeutungen des Begriffs ‹Erinnerungskultur>

2. Arbeit am deutschen Familiengedächtnis – eine unendliche Geschichte?
Das Schweigen brechen – der ZDF-Dreiteiler ‹Unsere Mütter, unsere Väter›
Die Latenz des Schweigens – Hermann Lübbes Thesen zur deutschen Nachkriegsgeschichte
Schlussstrich und Trennungsstrich
Externalisierung und Internalisierung
Das Crescendo der Holocaust-Erinnerung

3. Probleme mit der deutschen Erinnerungskultur
Weltmeister im Erinnern?
Deutungsmacht und gefühlte Opfer – Erinnerungskultur als Generationenkonflikt
Der Holocaust als negativer Gründungsmythos Fertig erinnert?
Ritualisierung
Political Correctness
Moralisierung und Historisierung

PRAXISFELDER DER DEUTSCHEN ERINNERUNGSKULTUR

4. Die Erinnerung an zwei deutsche Diktaturen
Die Erinnerung an die DDR – ein deutscher Sonderweg?
Die Rede von den beiden deutschen Diktaturen
Vergangenheitsbewahrung und Vergangenheitsbewältigung
Die Erinnerung an die Opfer der DDR
Die Europäisierung der DDR-Erinnerung

5. Erinnern in der Migrationsgesellschaft
Negative Erinnerung als Bürgerrecht?
Das ethnische Paradox und die Pluralisierung des nationalen Gedächtnisses
Der Schock des 4. November 2011
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Empathie zwischen Differenz und Ähnlichkeit

TRANSNATIONALE PERSPEKTIVEN

6. Opferkonkurrenzen
Exklusive und inklusive Opferdiskurse
Europas gespaltenes Gedächtnis
Politik der Reue
Historische Wunden
Verknüpfte Erinnerungen (multidirectional memories)

7. Vier Modelle für den Umgang mit traumatischer Vergangenheit
Erinnern oder vergessen?
Dialogisches Vergessen
Erinnern, um niemals zu vergessen
Erinnern, um zu überwinden
Dialogisches Erinnern

SCHLUSS: PRÄMISSEN DER NEUEN ERINNERUNGSKULTUR

ANHANG
Anmerkungen
Personenregister