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Bauer, Richard / Brenner, Michael

Jüdisches München

Vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Bereits im Mittelalter haben Juden in München gelebt. In der Judengasse, der späteren Gruftgasse, stand die früheste Münchner Synagoge, die nach der Vertreibung der Juden im 15. Jahrhundert in eine Marienkapelle umgewandelt wurde. Erst im 18. Jahrhundert durften sich wieder Juden in München ansiedeln. Namhafte Persönlichkeiten wie Lion Feuchtwanger oder Kurt Eisner haben die Stadt geprägt. An vielem, was bis heute als urmünchnerisch gilt, hatten Münchner Juden entscheidenden Anteil: Die Löwenbräu-Brauerei war mit der Familie Schülein verbunden, die Wallachs besaßen das bekannteste Trachtenhaus, und der langjährige Präsident des FC Bayern München hieß Kurt Landauer. Nach dem Ende der Weimarer Republik wurde jüdisches Leben gerade in München hart unterdrückt: Die Stadt erlebte schon im Frühjahr 1933 einen ersten Boykott jüdischer Geschäfte. Bereits Monate vor der Reichspogromnacht wurde in der „Hauptstadt der Bewegung“ die Hauptsynagoge zerstört. Die Juden wurden entrechtet, enteignet, vertrieben und vernichtet. 1945 suchte eine Handvoll Münchner Juden eine neue religiöse Heimat, die Israelitische Kultusgemeinde wurde neu gegründet. Das jüdische Leben Münchens kann sich seitdem wieder entfalten – allerdings seit einigen Jahren nicht ohne Polizeischutz. Das jüdische Gemeindezentrum im Herzen der Stadt, das am 9. November 2006 eingeweiht wird, soll ein deutliches Zeichen für das „jüdische München“ setzen.
Herausgegeben von Richard Bauer und Michael Brenner.

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Bibliografie

978-3-406-54979-3

287 S., mit 44 Abbildungen und 4 Karten

Hardcover

Schlagwörter

Hardcover 19,90 € Kaufen
Inhalt
Geleitwort von Charlotte Knobloch
Geleitwort von Christian Ude
Vorwort

Einleitung
von Michael Brenner

Anfänge im Mittelalter (1229–1442)
von Rainer Barzen
Die ersten Juden der Stadt
München im «Medinat Bayern»
Rückkehr und Vertreibung

Aufenthaltsverbot und eingeschränkte Zulassung (1442–1799)
von Manfred Peter Heimers
Die Zeiten der Verbannung
Ein unsicherer Wiederbeginn
Fast eine Gemeinde

Wege in die bürgerliche Gesellschaft (1799–1848)
von Anton Löffelmeier
Staatliche Toleranz und bürgerliche Ressentiments
Eintritt ins Bürgertum
Die jüdische Gemeinde zwischen Orthodoxie und Reform
Die Taufe als Entreebillet?
Stufen gesellschaftlicher Integration von 1825 bis 1848

Das Werden einer großstädtischen Gemeinde (1848–1892)
von Marcus Pyka
Liberalisierung und Antijudaismus
Vom «Jahrzehnt der Kultusreformen» zur Auflösung der Gemeindeeinheit
Jenseits des Gemeindelebens

Eine selbstbewußte Minderheit (1892–1918)
von Elisabeth Angermair
Größe und Struktur der jüdischen Gemeinde
Religiöses Leben
Gesellschaftspolitische Bewegungen
Soziales Engagement und geselliges Leben
Politisches Wirken
Juden im kulturellen Leben der Stadt
Die Münchner Juden im Ersten Weltkrieg

Zerbrechlicher Erfolg (1918–1933)
von Heike Specht
Revolution, Räterepubliken, Reaktion
Eine neue Gemeindeverfassung
Radikalisierung
Eine Stadt in der Stadt
Münchner Originale

Verfolgung und Vernichtung (1933–1945)
von Andreas Heusler
München als Vorreiter bei judenfeindlichen Maßnahmen
Wirtschaftliche Ausgrenzung, «Arisierung» und Berufsverbote
Juden als gesellschaftliche Außenseiter
Der Jüdische Kulturbund
1938: Synagogenabriß und «Reichskristallnacht»
Vertreibung – Emigration – Flucht
Entmietung und Ghettobildung
Deportation und Mord

Neuanfang mit Zweifeln (1945–1970)
von Anthony D. Kauders und Tamar Lewinsky
Der gerettete Rest
West und Ost: Innerjüdische Auseinandersetzungen
Modelle jüdischer Existenz in Deutschland
Bewahrer der Demokratie
Antisemitismus und Vergangenheitsbewältigung
Bedrohung und Einigkeit

Aufbruch in die Zukunft (1970–2006)
von Michael Brenner
Der Terror kommt nach München
Verbundenheit mit Israel
Eine ostjüdische Gemeinde mit deutsch-jüdischer Führung
Die Migration geht weiter

Anhang
Zeittafel von Barbara Staudinger
Die jüdische Bevölkerung Münchens in Zahlen
Legenden zu den Karten
Anmerkungen
Literaturhinweise von Christine Schaumaier
Bildnachweis
Namenregister
Die Autorinnen und Autoren

Pressestimmen

Pressestimmen

„Die Autoren machen unmißverständlich klar: Jüdisches Leben hatte in München über Jahrhunderte einen bedeutenden, teilweise sogar einen herausragenden Stellenwert. (...)Das Buch ist ein nachdenklicher, anregender und faszinierender Appell zur Aneignung und zum tieferen Verständnis unserer gemeinsamen christlich-jüdischen Stadtgeschichte.“
Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München



"Pünktlich zur Eröffnung der neuen Synagoge ist ein Sammelband „Jüdisches München“ erschienen (...) der erstmals die Geschichte der Münchner Juden von der ersten Erwähnung im Jahr 1229 bis zur heutigen Gegenwart beschreibt. (...) Bei der Präsentation dieses Buches äußerte sie [Charlotte Knobloch] den Wunsch, es zur Pflichtlektüre für alle Münchner Zehntklässler zu machen. Auch ohne Zwang sind dem Werk viele Leser zu wünschen."
Mati Kolb, Berliner Zeitung, 13. November 2006



"Bewegende Szenen und Appelle bei der Präsentation von „Jüdisches München“. (...) Es ging eigentlich „nur“ um ein Buch, doch schon ein Blick in den großen Saal des Künstlerhauses am Lenbachplatz genügte, um klar zu machen, dass hier weit mehr zu feiern war: (...) Wolfgang Beck vom Verlag C.H. Beck sagte, er könne sich nicht erinnern, dass jemals eine Buchpräsentation seines Hauses einen so großen Publikums-Zuspruch erlebt hätte. (…) Und die kleine jüdische Nachkriegsgemeinde habe lange keinen Anspruch erhoben, in München stark öffentlich aufzutreten. Das Buch markiere nun zusammen mit der Eröffnung des neuen Jüdischen Zentrums auf dem Jakobsplatz in der nächsten Woche den Abschluss dieser Epoche. (...) Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden, wünschte sich, dass das neue Buch zur Pflichtlektüre an den Schulen werde."
Michael Grill, Abendzeitung, 2. November 2006



"(...) eine Zusammenschau eines faszinierenden, aber auch bedrückenden Stücks Münchner Geschichte. Das Werk ist prall gefüllt mit Fakten, es führt einen reichen Fundus an oft verstreuten Quellen und Literatur zusammen. Ein praktischer Anhang mit einer Zeittafel, Zahlen, Listen jüdischer Einrichtungen und Geschäfte und viele Karten helfen, das große Thema zu erschließen. (...) Doch die Lektüre lohnt sich: Unendlich viel ist zu lernen."
Robert Arsenschek, Münchner Merkur, 30. Oktober 2006



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Bibliografie

978-3-406-54979-3

287 S., mit 44 Abbildungen und 4 Karten

Hardcover

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Bauer, Richard / Brenner, Michael

Jüdisches München

Vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Bereits im Mittelalter haben Juden in München gelebt. In der Judengasse, der späteren Gruftgasse, stand die früheste Münchner Synagoge, die nach der Vertreibung der Juden im 15. Jahrhundert in eine Marienkapelle umgewandelt wurde. Erst im 18. Jahrhundert durften sich wieder Juden in München ansiedeln. Namhafte Persönlichkeiten wie Lion Feuchtwanger oder Kurt Eisner haben die Stadt geprägt. An vielem, was bis heute als urmünchnerisch gilt, hatten Münchner Juden entscheidenden Anteil: Die Löwenbräu-Brauerei war mit der Familie Schülein verbunden, die Wallachs besaßen das bekannteste Trachtenhaus, und der langjährige Präsident des FC Bayern München hieß Kurt Landauer. Nach dem Ende der Weimarer Republik wurde jüdisches Leben gerade in München hart unterdrückt: Die Stadt erlebte schon im Frühjahr 1933 einen ersten Boykott jüdischer Geschäfte. Bereits Monate vor der Reichspogromnacht wurde in der „Hauptstadt der Bewegung“ die Hauptsynagoge zerstört. Die Juden wurden entrechtet, enteignet, vertrieben und vernichtet. 1945 suchte eine Handvoll Münchner Juden eine neue religiöse Heimat, die Israelitische Kultusgemeinde wurde neu gegründet. Das jüdische Leben Münchens kann sich seitdem wieder entfalten – allerdings seit einigen Jahren nicht ohne Polizeischutz. Das jüdische Gemeindezentrum im Herzen der Stadt, das am 9. November 2006 eingeweiht wird, soll ein deutliches Zeichen für das „jüdische München“ setzen.
Herausgegeben von Richard Bauer und Michael Brenner.
Webcode: https://www.chbeck.de/16880

Inhalt

Geleitwort von Charlotte Knobloch
Geleitwort von Christian Ude
Vorwort

Einleitung
von Michael Brenner

Anfänge im Mittelalter (1229–1442)
von Rainer Barzen
Die ersten Juden der Stadt
München im «Medinat Bayern»
Rückkehr und Vertreibung

Aufenthaltsverbot und eingeschränkte Zulassung (1442–1799)
von Manfred Peter Heimers
Die Zeiten der Verbannung
Ein unsicherer Wiederbeginn
Fast eine Gemeinde

Wege in die bürgerliche Gesellschaft (1799–1848)
von Anton Löffelmeier
Staatliche Toleranz und bürgerliche Ressentiments
Eintritt ins Bürgertum
Die jüdische Gemeinde zwischen Orthodoxie und Reform
Die Taufe als Entreebillet?
Stufen gesellschaftlicher Integration von 1825 bis 1848

Das Werden einer großstädtischen Gemeinde (1848–1892)
von Marcus Pyka
Liberalisierung und Antijudaismus
Vom «Jahrzehnt der Kultusreformen» zur Auflösung der Gemeindeeinheit
Jenseits des Gemeindelebens

Eine selbstbewußte Minderheit (1892–1918)
von Elisabeth Angermair
Größe und Struktur der jüdischen Gemeinde
Religiöses Leben
Gesellschaftspolitische Bewegungen
Soziales Engagement und geselliges Leben
Politisches Wirken
Juden im kulturellen Leben der Stadt
Die Münchner Juden im Ersten Weltkrieg

Zerbrechlicher Erfolg (1918–1933)
von Heike Specht
Revolution, Räterepubliken, Reaktion
Eine neue Gemeindeverfassung
Radikalisierung
Eine Stadt in der Stadt
Münchner Originale

Verfolgung und Vernichtung (1933–1945)
von Andreas Heusler
München als Vorreiter bei judenfeindlichen Maßnahmen
Wirtschaftliche Ausgrenzung, «Arisierung» und Berufsverbote
Juden als gesellschaftliche Außenseiter
Der Jüdische Kulturbund
1938: Synagogenabriß und «Reichskristallnacht»
Vertreibung – Emigration – Flucht
Entmietung und Ghettobildung
Deportation und Mord

Neuanfang mit Zweifeln (1945–1970)
von Anthony D. Kauders und Tamar Lewinsky
Der gerettete Rest
West und Ost: Innerjüdische Auseinandersetzungen
Modelle jüdischer Existenz in Deutschland
Bewahrer der Demokratie
Antisemitismus und Vergangenheitsbewältigung
Bedrohung und Einigkeit

Aufbruch in die Zukunft (1970–2006)
von Michael Brenner
Der Terror kommt nach München
Verbundenheit mit Israel
Eine ostjüdische Gemeinde mit deutsch-jüdischer Führung
Die Migration geht weiter

Anhang
Zeittafel von Barbara Staudinger
Die jüdische Bevölkerung Münchens in Zahlen
Legenden zu den Karten
Anmerkungen
Literaturhinweise von Christine Schaumaier
Bildnachweis
Namenregister
Die Autorinnen und Autoren

Pressestimmen

„Die Autoren machen unmißverständlich klar: Jüdisches Leben hatte in München über Jahrhunderte einen bedeutenden, teilweise sogar einen herausragenden Stellenwert. (...)Das Buch ist ein nachdenklicher, anregender und faszinierender Appell zur Aneignung und zum tieferen Verständnis unserer gemeinsamen christlich-jüdischen Stadtgeschichte.“
Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München


"Pünktlich zur Eröffnung der neuen Synagoge ist ein Sammelband „Jüdisches München“ erschienen (...) der erstmals die Geschichte der Münchner Juden von der ersten Erwähnung im Jahr 1229 bis zur heutigen Gegenwart beschreibt. (...) Bei der Präsentation dieses Buches äußerte sie [Charlotte Knobloch] den Wunsch, es zur Pflichtlektüre für alle Münchner Zehntklässler zu machen. Auch ohne Zwang sind dem Werk viele Leser zu wünschen."
Mati Kolb, Berliner Zeitung, 13. November 2006


"Bewegende Szenen und Appelle bei der Präsentation von „Jüdisches München“. (...) Es ging eigentlich „nur“ um ein Buch, doch schon ein Blick in den großen Saal des Künstlerhauses am Lenbachplatz genügte, um klar zu machen, dass hier weit mehr zu feiern war: (...) Wolfgang Beck vom Verlag C.H. Beck sagte, er könne sich nicht erinnern, dass jemals eine Buchpräsentation seines Hauses einen so großen Publikums-Zuspruch erlebt hätte. (…) Und die kleine jüdische Nachkriegsgemeinde habe lange keinen Anspruch erhoben, in München stark öffentlich aufzutreten. Das Buch markiere nun zusammen mit der Eröffnung des neuen Jüdischen Zentrums auf dem Jakobsplatz in der nächsten Woche den Abschluss dieser Epoche. (...) Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden, wünschte sich, dass das neue Buch zur Pflichtlektüre an den Schulen werde."
Michael Grill, Abendzeitung, 2. November 2006


"(...) eine Zusammenschau eines faszinierenden, aber auch bedrückenden Stücks Münchner Geschichte. Das Werk ist prall gefüllt mit Fakten, es führt einen reichen Fundus an oft verstreuten Quellen und Literatur zusammen. Ein praktischer Anhang mit einer Zeittafel, Zahlen, Listen jüdischer Einrichtungen und Geschäfte und viele Karten helfen, das große Thema zu erschließen. (...) Doch die Lektüre lohnt sich: Unendlich viel ist zu lernen."
Robert Arsenschek, Münchner Merkur, 30. Oktober 2006