Merken

Fried, Johannes

Aufstieg aus dem Untergang

Apokalyptisches Denken und die Entstehung der modernen Naturwissenschaft im Mittelalter

Das Bewußtsein der nahenden Apokalypse war im mittelalterlichen Christentum allgegenwärtig. Wann aber genau würde der Weltuntergang stattfinden? Wie ließen sich die himmlischen Zeichen zuverlässig deuten? Diese Schlüsselfragen des apokalyptischen Denkens enthalten ein Element der modernen Wissenschaft, das Johannes Fried in seiner aufregenden Studie freizulegen versucht. Der Untergang, der stets zu kommen schien und nie tatsächlich kam, artikulierte sich im mittelalterlichen Denken nicht nur als eschatologische Erfahrungsbereitschaft, sondern auch als ein drängendes Wissenwollen des Ungewissen. Die Flut der Deutungen verlangte nach Prüfung und Kontrolle des Wissens, um der exegetischen Irrungen Herr zu werden. Der apokalyptische Denkstil stimulierte eine immer umfassendere Weltkenntnis auf allen Gebieten - mit weitreichenden Folgen für das Handeln und das Erkennen, für Verhalten und Wissen. In seinem glänzend geschriebenen Essay geht Johannes Fried diesem Zusammenhang zwischen Apokalyptik und moderner Wissenschaft nach. Er vermag dabei nicht nur zu zeigen, daß die Grenze zwischen beiden fließender war, als wir gemeinhin annehmen. Die Lehre vom Endgericht erscheint in der Deutung Frieds sogar als ein ”Baumeister der okzidentalen Kultur” und entscheidender Impuls für die physikalische Verwissenschaftlichung des Weltbildes.

Teilen

Seite drucken

E-Mail

Der Code wurde in die Zwischenablage kopiert.

Bibliografie

978-3-406-64269-2

Erschienen am 23. November 2012

2. Auflage, 2012

262 S., mit 18 Abbildungen

Softcover

Schlagwörter

Broschur 24,95 € Kaufen
Pressestimmen

Pressestimmen

"Was der Historiker Fried hier unternimmt, besticht. Quellengestützt und souverän belegt er, dass der Westen kollektiv apokalyptisch denkt."
Michael Dallapiazza, Bild der Wissenschaft, Februar 2002



"Frieds bemerkenswerte Abhandlung (...)."
Ulrich Baron, Die Welt, 1. Dezember 2001



"Frieds neues Mittelalterbuch ist ein großartiger Versuch, zur Aufklärung der gegenwärtigen Naturwisenschaften über sich selbst beizutragen."
Hans-Jörg Rheinberger, Literaturen, Dezember 2001



"Das Weltende nahte, das wusste jeder. Und aus der endzeitlichen Erwartung im Mittelalter entstand, während die Apokalypse sich nicht einstellen wollte: die Entzauberung der Welt. Dies ist die faszinierende These des Mediävisten Johannes Fried."
Christian Schüle, Die Zeit, 15. November 2001



"Es ist frisch geschrieben, reich an Materialien und Perspektiven. Vor allem aber: Es beweist, was eine aufgeweckt Mittelalterforschung zum Verständnis der Gegenwart beitragen kann."
Kurt Flasch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. November 2001



"(...) gelehrter und glänzend geschriebener Essay (...)."
Anthony Grafton, Süddeutsche Zeitung, 10.Oktober 2001



"Johannes Fried tritt in seinem Buch ‚Aufstieg aus dem Untergang‘ mit einem Grossentwurf an, dessen Grundidee so einfach wie faszinierend ist. Es sei die jahrhundertelange Beschäftigung mit dem vermeintlich unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang, dem Kommen des Antichrists und der Apokalypse gewesen, so argumentiert er, die in Europa zur Ausbildung der Grundlagen moderner Naturwissenschaft geführt habe. (...) Es gehört zu den grossen Stärken des Buchs, die Subtilität der mittelalterlichen Gelehrten und die starken intellektuellen Impulse hervorzuheben, die von einigen ihrer Schriften ausgingen."
Valentin Groebner, Neue Zürcher Zeitung, 9. Oktober 2001



Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-64269-2

Erschienen am 23. November 2012

2. Auflage , 2012

262 S., mit 18 Abbildungen

Softcover

Softcover 24,95 € Kaufen

Fried, Johannes

Aufstieg aus dem Untergang

Apokalyptisches Denken und die Entstehung der modernen Naturwissenschaft im Mittelalter

Das Bewußtsein der nahenden Apokalypse war im mittelalterlichen Christentum allgegenwärtig. Wann aber genau würde der Weltuntergang stattfinden? Wie ließen sich die himmlischen Zeichen zuverlässig deuten? Diese Schlüsselfragen des apokalyptischen Denkens enthalten ein Element der modernen Wissenschaft, das Johannes Fried in seiner aufregenden Studie freizulegen versucht. Der Untergang, der stets zu kommen schien und nie tatsächlich kam, artikulierte sich im mittelalterlichen Denken nicht nur als eschatologische Erfahrungsbereitschaft, sondern auch als ein drängendes Wissenwollen des Ungewissen. Die Flut der Deutungen verlangte nach Prüfung und Kontrolle des Wissens, um der exegetischen Irrungen Herr zu werden. Der apokalyptische Denkstil stimulierte eine immer umfassendere Weltkenntnis auf allen Gebieten - mit weitreichenden Folgen für das Handeln und das Erkennen, für Verhalten und Wissen. In seinem glänzend geschriebenen Essay geht Johannes Fried diesem Zusammenhang zwischen Apokalyptik und moderner Wissenschaft nach. Er vermag dabei nicht nur zu zeigen, daß die Grenze zwischen beiden fließender war, als wir gemeinhin annehmen. Die Lehre vom Endgericht erscheint in der Deutung Frieds sogar als ein ”Baumeister der okzidentalen Kultur” und entscheidender Impuls für die physikalische Verwissenschaftlichung des Weltbildes.
Webcode: https://www.chbeck.de/11114557

Pressestimmen

"Was der Historiker Fried hier unternimmt, besticht. Quellengestützt und souverän belegt er, dass der Westen kollektiv apokalyptisch denkt."
Michael Dallapiazza, Bild der Wissenschaft, Februar 2002


"Frieds bemerkenswerte Abhandlung (...)."
Ulrich Baron, Die Welt, 1. Dezember 2001


"Frieds neues Mittelalterbuch ist ein großartiger Versuch, zur Aufklärung der gegenwärtigen Naturwisenschaften über sich selbst beizutragen."
Hans-Jörg Rheinberger, Literaturen, Dezember 2001


"Das Weltende nahte, das wusste jeder. Und aus der endzeitlichen Erwartung im Mittelalter entstand, während die Apokalypse sich nicht einstellen wollte: die Entzauberung der Welt. Dies ist die faszinierende These des Mediävisten Johannes Fried."
Christian Schüle, Die Zeit, 15. November 2001


"Es ist frisch geschrieben, reich an Materialien und Perspektiven. Vor allem aber: Es beweist, was eine aufgeweckt Mittelalterforschung zum Verständnis der Gegenwart beitragen kann."
Kurt Flasch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. November 2001


"(...) gelehrter und glänzend geschriebener Essay (...)."
Anthony Grafton, Süddeutsche Zeitung, 10.Oktober 2001


"Johannes Fried tritt in seinem Buch ‚Aufstieg aus dem Untergang‘ mit einem Grossentwurf an, dessen Grundidee so einfach wie faszinierend ist. Es sei die jahrhundertelange Beschäftigung mit dem vermeintlich unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang, dem Kommen des Antichrists und der Apokalypse gewesen, so argumentiert er, die in Europa zur Ausbildung der Grundlagen moderner Naturwissenschaft geführt habe. (...) Es gehört zu den grossen Stärken des Buchs, die Subtilität der mittelalterlichen Gelehrten und die starken intellektuellen Impulse hervorzuheben, die von einigen ihrer Schriften ausgingen."
Valentin Groebner, Neue Zürcher Zeitung, 9. Oktober 2001