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James, Harold

Die Deutsche Bank und die 'Arisierung'

Die ”Arisierung”, die wichtiger Bestandteil der nationalsozialistischen ”Neuordnung” der Wirtschaft nach 1933 war, zielte darauf ab, die Juden nach und nach vollständig aus dem deutschen Wirtschaftsleben auszuschalten und ihre Unternehmen bzw. Vermögenswerte in ”arische” Hände zu übertragen. Dabei kam den Banken eine zentrale Rolle zu. Das vorliegende Buch untersucht die fortschreitende Einbeziehung der Deutschen Bank in diese von Antisemitismus ebenso wie von reiner Profitgier geprägte ”Säuberung” der deutschen Wirtschaft. Der Autor fragt, in welchem Maße Antisemitismus und Profitstreben gültige Erklärungsmuster für das Verhalten der Bank und ihrer Manager sein können. Er zeichnet detailliert die Abwicklung einiger der größten ”Arisierungsfälle” nach und zeigt, mit welcher Radikalität diese Enteignungen vor allem nach 1937 in den besetzten Ländern (Österreich, Tschechoslowakei, Polen) vorgenommen wurden. Abschließend wird untersucht, in welchem Maße die Deutsche Bank von der ”Arisierung” profitierte und welche oft schillernde Rolle einzelne Persönlichkeiten der Bank in diesem Zusammenhang spielten. Das vorliegende Buch entstand im Rahmen von Diskussionen und Beratungen der Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte der Deutschen Bank in der NS-Zeit. Ihre Mitglieder sind: Dr. Avraham Barkai (Jerusalem), Professor Gerald D. Feldman (Berkeley), Professor Lothar Gall (Frankfurt am Main), Professor Harold James (Princeton) und Dr. Jonathan Steinberg (Philadelphia).
Von Harold James. In Verbindung mit den Mitgliedern der Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte der Deutschen Bank in der NS-Zeit Avraham Barkai. Gerald D. Feldman. Lothar Gall. Jonathan Steinberg. Aus dem Englischen übersetzt von Karl Heinz Siber.

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Bibliografie

978-3-406-47192-6

266 S.

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Pressestimmen

Pressestimmen

"Besonders nachdem 1995 der britische Historiker Harold James 'die Rolle der Deutschen Bank während der NS-Diktatur schonungslos aufgearbeitet‘ hat (...)."
Claudia Michels, Frankfurter Rundschau, 12. Juni 2001



"Die quellenkritische Genauigkeit seines Werks, die Einbettung der 'Arisierung' in den historischen Gesamtzusammenhang und die Beachtung der methodischen Besonderheiten der Wirtschafts- und Bankengeschichte sind bemerkenswert."
Harald Loch, Financial Times Deutschland, 6. April 2001



"James ist einer der besten Kenner der deutschen Wirtschaftsgeschichte in der Zwischenkriegszeit. (...) In Ergänzung seiner früheren Arbeiten behandelt er in dieser Studie das wohl sensibelste Kapitel in der Geschichte der Deutschen Bank, ihre Verstrickung in die Enteignung der jüdischen Mitbürger, die, wie in den letzten Jahren immer mehr hervortritt, eine unerlässliche und grausame Vorstufe des 'Holocaust' darstellte und mit dem Begriff der 'Arisierung' eher beschönigend umschrieben wird. (...) Die souveräne, sachkundige und scharfsinnige Analyse von Harold James vereint beides: den Willen, nichts zu beschönigen, und den Versuch, trotzdem die komplexen sachlichen und psychologischen Bedingungen aufzuzeigen, die zur Symbiose der Deutschen Bank mit dem NS-Gewaltregime geführt haben."
Hans Mommsen, Frankfurter Rundschau, 21. März 2001



"Das Interessante, vor allem aber Erschreckende an der neuen detaillierteren Schilderung der Rolle der Deutschen Bank bei der 'Neuordnung' der deutschen Wirtschaft nach 1933 und der allmählichen Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben ist die Banalität des Bösen, wie es Hannah Arendt einmal genannt hat. (...) Das Buch zeigt auf bedrückende Weise, wie eine wirtschaftliche Elite in einem totalitären System Schritt für Schritt vom Weg abkommt und sich moralisch verstrickt. Die persönliche Identifizierung mit antisemitischen Dogmen sei keine notwendige Voraussetzung für die Bereitschaft gewesen, von diskriminierenden Maßnahmen gegen andere, sprich: Juden, zu profitieren. (...) James hat mit der Abhandlung ein wichtiges Kapitel deutscher Unternehmensgeschichte geschrieben. (...) Das Buch ist ein bemerkenswerter Beitrag zur Erforschung der sogenannten 'Arisierung' und zur Aufarbeitung eines der trübsten Kapitel in der Geschichte der Deutschen Bank."
Jürgen Jeske, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. März 2001



"Welche Rolle spielte die Deutsche Bank bei der planmäßigen Enteignung jüdischen Eigentums in der Zeit des 'Dritten Reiches'? Die jetzt vorgelegte Studie des Princeton-Historikers Harold James bestätigt und erweitert die Feststellung, die er bereits in der 1995 veröffentlichten Festschrift 'Die Deutsche Bank 1870-1995' getroffen hat: dass das Bankhaus mit seiner Beteiligung an der 'Arisierung' 'schwere moralische Schuld' auf sich geladen habe (Zeit Nr. 9/95). Es ist begrüßenswert, dass die von der Deutschen Bank 1998 eingerichtete Historikerkommission, der neben James noch Avraham Barkai (Jerusalem), Gerald D. Feldmann (Berkeley) Lothar Gall (Frankfurt) und Jonathan Steinberg (Philadelphia) angehören, den Beschluss gefasst hat, die seit 1995 neu aufgefundenen Archivmaterialien noch einmal genauer auf die Frage hin zu durchmustern, inwieweit die Bank in die 'Arisierungsmaßnahmen' des NS-Regimes verstrickt gewesen ist."
Julius H. Schoeps, Die Zeit, 15. März 2001



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Bibliografie

978-3-406-47192-6

266 S.

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James, Harold

Die Deutsche Bank und die 'Arisierung'

Die ”Arisierung”, die wichtiger Bestandteil der nationalsozialistischen ”Neuordnung” der Wirtschaft nach 1933 war, zielte darauf ab, die Juden nach und nach vollständig aus dem deutschen Wirtschaftsleben auszuschalten und ihre Unternehmen bzw. Vermögenswerte in ”arische” Hände zu übertragen. Dabei kam den Banken eine zentrale Rolle zu. Das vorliegende Buch untersucht die fortschreitende Einbeziehung der Deutschen Bank in diese von Antisemitismus ebenso wie von reiner Profitgier geprägte ”Säuberung” der deutschen Wirtschaft. Der Autor fragt, in welchem Maße Antisemitismus und Profitstreben gültige Erklärungsmuster für das Verhalten der Bank und ihrer Manager sein können. Er zeichnet detailliert die Abwicklung einiger der größten ”Arisierungsfälle” nach und zeigt, mit welcher Radikalität diese Enteignungen vor allem nach 1937 in den besetzten Ländern (Österreich, Tschechoslowakei, Polen) vorgenommen wurden. Abschließend wird untersucht, in welchem Maße die Deutsche Bank von der ”Arisierung” profitierte und welche oft schillernde Rolle einzelne Persönlichkeiten der Bank in diesem Zusammenhang spielten. Das vorliegende Buch entstand im Rahmen von Diskussionen und Beratungen der Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte der Deutschen Bank in der NS-Zeit. Ihre Mitglieder sind: Dr. Avraham Barkai (Jerusalem), Professor Gerald D. Feldman (Berkeley), Professor Lothar Gall (Frankfurt am Main), Professor Harold James (Princeton) und Dr. Jonathan Steinberg (Philadelphia).
Von Harold James. In Verbindung mit den Mitgliedern der Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte der Deutschen Bank in der NS-Zeit Avraham Barkai. Gerald D. Feldman. Lothar Gall. Jonathan Steinberg. Aus dem Englischen übersetzt von Karl Heinz Siber.
Webcode: https://www.chbeck.de/18921

Pressestimmen

"Besonders nachdem 1995 der britische Historiker Harold James 'die Rolle der Deutschen Bank während der NS-Diktatur schonungslos aufgearbeitet‘ hat (...)."
Claudia Michels, Frankfurter Rundschau, 12. Juni 2001


"Die quellenkritische Genauigkeit seines Werks, die Einbettung der 'Arisierung' in den historischen Gesamtzusammenhang und die Beachtung der methodischen Besonderheiten der Wirtschafts- und Bankengeschichte sind bemerkenswert."
Harald Loch, Financial Times Deutschland, 6. April 2001


"James ist einer der besten Kenner der deutschen Wirtschaftsgeschichte in der Zwischenkriegszeit. (...) In Ergänzung seiner früheren Arbeiten behandelt er in dieser Studie das wohl sensibelste Kapitel in der Geschichte der Deutschen Bank, ihre Verstrickung in die Enteignung der jüdischen Mitbürger, die, wie in den letzten Jahren immer mehr hervortritt, eine unerlässliche und grausame Vorstufe des 'Holocaust' darstellte und mit dem Begriff der 'Arisierung' eher beschönigend umschrieben wird. (...) Die souveräne, sachkundige und scharfsinnige Analyse von Harold James vereint beides: den Willen, nichts zu beschönigen, und den Versuch, trotzdem die komplexen sachlichen und psychologischen Bedingungen aufzuzeigen, die zur Symbiose der Deutschen Bank mit dem NS-Gewaltregime geführt haben."
Hans Mommsen, Frankfurter Rundschau, 21. März 2001


"Das Interessante, vor allem aber Erschreckende an der neuen detaillierteren Schilderung der Rolle der Deutschen Bank bei der 'Neuordnung' der deutschen Wirtschaft nach 1933 und der allmählichen Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben ist die Banalität des Bösen, wie es Hannah Arendt einmal genannt hat. (...) Das Buch zeigt auf bedrückende Weise, wie eine wirtschaftliche Elite in einem totalitären System Schritt für Schritt vom Weg abkommt und sich moralisch verstrickt. Die persönliche Identifizierung mit antisemitischen Dogmen sei keine notwendige Voraussetzung für die Bereitschaft gewesen, von diskriminierenden Maßnahmen gegen andere, sprich: Juden, zu profitieren. (...) James hat mit der Abhandlung ein wichtiges Kapitel deutscher Unternehmensgeschichte geschrieben. (...) Das Buch ist ein bemerkenswerter Beitrag zur Erforschung der sogenannten 'Arisierung' und zur Aufarbeitung eines der trübsten Kapitel in der Geschichte der Deutschen Bank."
Jürgen Jeske, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. März 2001


"Welche Rolle spielte die Deutsche Bank bei der planmäßigen Enteignung jüdischen Eigentums in der Zeit des 'Dritten Reiches'? Die jetzt vorgelegte Studie des Princeton-Historikers Harold James bestätigt und erweitert die Feststellung, die er bereits in der 1995 veröffentlichten Festschrift 'Die Deutsche Bank 1870-1995' getroffen hat: dass das Bankhaus mit seiner Beteiligung an der 'Arisierung' 'schwere moralische Schuld' auf sich geladen habe (Zeit Nr. 9/95). Es ist begrüßenswert, dass die von der Deutschen Bank 1998 eingerichtete Historikerkommission, der neben James noch Avraham Barkai (Jerusalem), Gerald D. Feldmann (Berkeley) Lothar Gall (Frankfurt) und Jonathan Steinberg (Philadelphia) angehören, den Beschluss gefasst hat, die seit 1995 neu aufgefundenen Archivmaterialien noch einmal genauer auf die Frage hin zu durchmustern, inwieweit die Bank in die 'Arisierungsmaßnahmen' des NS-Regimes verstrickt gewesen ist."
Julius H. Schoeps, Die Zeit, 15. März 2001