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Stolleis

Das Auge des Gesetzes

Geschichte einer Metapher

"Das Auge des Gesetzes wacht"! Ein etwas altmodisch gewordener Satz, der je nach Tonlage und Situation ironisch, beruhigend oder warnend klingen mag. Was aber steckt hinter der merkwürdig anthropomorphen Metapher vom „Gesetz“, das ein Auge haben soll, das niemals schläft und „alles“ sieht? Und was kann uns ihre Geschichte mitteilen über den Wandel unseres Rechtsverständnisses?

Michael Stolleis spürt in seinem Essay den verschlungenen Wegen eines Bildes nach, dessen Anfänge weit in die Menschheitsgeschichte zurückreichen, und er vermag nicht zuletzt anhand von zahlreichen Bildbeispielen zu zeigen, wie die Augenmetapher Strömungen der Rechtsgeschichte seit dem 16. Jahrhundert aufnimmt, die im revolutionären Frankreich in eine radikal neue „Vergöttlichung des Gesetzes“ einmünden. Mit ihr befreit sich das Recht zwar von religiösen und fürstlichen Bevormundungen, aber zugleich erhebt es auch einen Anspruch auf „Allwissenheit“, der in den totalitären Überwachungspraktiken der Moderne seinen bedrohlichen Ausdruck gefunden hat.


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Bibliografie

978-3-406-66426-7

3. Auflage, 2014

88 S., mit 30 Abbildungen

Softcover

Broschur 15,95 € Kaufen
Pressestimmen

Pressestimmen

"Es ist nur ein schmales Bändchen über die Metapher vom „Auge des Gesetzes“. Aber der Frankfurter Rechtshistoriker Michael Stolleis erklärt darin assoziations- und gedankenreich, warum wir sie der Allegorie der blinden Justitia vorziehen."
Bettina Engels, Der Tagesspiegel, 30. Mai 2004



"Mit lockerem Strich zeichnet Stolleis die griechischen und jüdisch-christlich Herkünfte der Vorstellung von einem allsichtigen Auge der Gerechtigkeit nach, welches ein direkter Abkömmling des alles sehenden Götterauges ist. Aus dem melting pot der barocken Emblematik, in dem politische und theologische Symbole ineinander umgeschmolzen werden, dringt das Auge Gottes in die Ikonographie des Souveräns ein."
ff, Süddeutsche Zeitung, 23. März 2004



"Wer mit dem Auge des Gesetzes nur den Schnüffelstaat assoziiert, der wird verblüfft und schließlich bereichert Michael Stolleis` kleinem Spaziergang durch die Geschichte dieser Metapher folgen."
Arno Widmann, Berliner Zeitung, 22. März 2004



"Der Frankfurter Rechtshistoriker Michael Stolleis demonstriert in seinem brillanten Essay die komplexe Geschichte der Metapher, mit welcher der Schutz des Bürgers ebenso gemeint sein kann wie dessen Überwachung durch den allmächtigen Staat."
rwa, Tagesanzeiger, 16. März 2004



"Das Gesetz hat nicht nur ein Auge, es ist auch ein Auge. - Der Frankfurter Rechtshistoriker Michael Stolleis zeichnet in seiner (...) „Geschichte einer Metapher" die politische Ikonographie dieses sehr besonderen Auges nach."
Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung, 17. Februar 2004



"Der Rechtshistoriker Michael Stolleis geht in diesem materialreichen und fabelhaft anschaulichen Essay einer vielfarbigen Vorstellung nach, die das Rechtsverständnis seit der Antike in seinem Wandel dokumentiert."
Elisabeth von Thadden, Die Zeit, 12. Februar 2004



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-66426-7

3. Auflage , 2014

88 S., mit 30 Abbildungen

Softcover

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Stolleis

Das Auge des Gesetzes

Geschichte einer Metapher

"Das Auge des Gesetzes wacht"! Ein etwas altmodisch gewordener Satz, der je nach Tonlage und Situation ironisch, beruhigend oder warnend klingen mag. Was aber steckt hinter der merkwürdig anthropomorphen Metapher vom „Gesetz“, das ein Auge haben soll, das niemals schläft und „alles“ sieht? Und was kann uns ihre Geschichte mitteilen über den Wandel unseres Rechtsverständnisses?

Michael Stolleis spürt in seinem Essay den verschlungenen Wegen eines Bildes nach, dessen Anfänge weit in die Menschheitsgeschichte zurückreichen, und er vermag nicht zuletzt anhand von zahlreichen Bildbeispielen zu zeigen, wie die Augenmetapher Strömungen der Rechtsgeschichte seit dem 16. Jahrhundert aufnimmt, die im revolutionären Frankreich in eine radikal neue „Vergöttlichung des Gesetzes“ einmünden. Mit ihr befreit sich das Recht zwar von religiösen und fürstlichen Bevormundungen, aber zugleich erhebt es auch einen Anspruch auf „Allwissenheit“, der in den totalitären Überwachungspraktiken der Moderne seinen bedrohlichen Ausdruck gefunden hat.

Webcode: https://www.chbeck.de/13382970

Pressestimmen

"Es ist nur ein schmales Bändchen über die Metapher vom „Auge des Gesetzes“. Aber der Frankfurter Rechtshistoriker Michael Stolleis erklärt darin assoziations- und gedankenreich, warum wir sie der Allegorie der blinden Justitia vorziehen."
Bettina Engels, Der Tagesspiegel, 30. Mai 2004


"Mit lockerem Strich zeichnet Stolleis die griechischen und jüdisch-christlich Herkünfte der Vorstellung von einem allsichtigen Auge der Gerechtigkeit nach, welches ein direkter Abkömmling des alles sehenden Götterauges ist. Aus dem melting pot der barocken Emblematik, in dem politische und theologische Symbole ineinander umgeschmolzen werden, dringt das Auge Gottes in die Ikonographie des Souveräns ein."
ff, Süddeutsche Zeitung, 23. März 2004


"Wer mit dem Auge des Gesetzes nur den Schnüffelstaat assoziiert, der wird verblüfft und schließlich bereichert Michael Stolleis` kleinem Spaziergang durch die Geschichte dieser Metapher folgen."
Arno Widmann, Berliner Zeitung, 22. März 2004


"Der Frankfurter Rechtshistoriker Michael Stolleis demonstriert in seinem brillanten Essay die komplexe Geschichte der Metapher, mit welcher der Schutz des Bürgers ebenso gemeint sein kann wie dessen Überwachung durch den allmächtigen Staat."
rwa, Tagesanzeiger, 16. März 2004


"Das Gesetz hat nicht nur ein Auge, es ist auch ein Auge. - Der Frankfurter Rechtshistoriker Michael Stolleis zeichnet in seiner (...) „Geschichte einer Metapher" die politische Ikonographie dieses sehr besonderen Auges nach."
Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung, 17. Februar 2004


"Der Rechtshistoriker Michael Stolleis geht in diesem materialreichen und fabelhaft anschaulichen Essay einer vielfarbigen Vorstellung nach, die das Rechtsverständnis seit der Antike in seinem Wandel dokumentiert."
Elisabeth von Thadden, Die Zeit, 12. Februar 2004