Gruber, Sabine

Stillbach oder Die Sehnsucht

Roman

Als ihre beste Freundin Ines in Rom plötzlich stirbt, reist Clara Burger aus Stillbach in Südtirol an, um Ines’ Haushalt aufzulösen. Dabei entdeckt sie ein Romanmanuskript, das im Rom des Jahres 1978 spielt, dem Jahr der Entführung und Tötung Aldo Moros. Darin beschreibt Ines offenbar ihre eigene Ferienarbeit vor mehr als dreißig Jahren als Zimmermädchen im Hotel Manente, schreibt von Liebe, Verrat und Subversion, erzählt aber die Geschichte ihrer Chefin Emma Manente, die seit 1938 in Rom lebt und zum Leidwesen ihrer Südtiroler Familie einen Italiener geheiratet hat.
War sie tatsächlich Johann aus Stillbach versprochen gewesen, der 1944 bei einem Partisanenanschlag in Rom getötet worden war? Und ist der Historiker Paul, den Clara in Rom kennenlernt, der Geliebte von Ines aus jenem Jahr? Wie wirken die Spannungen um Südtirol und seine Zugehörigkeit seit der NS-Zeit und dem Faschismus bis heute nach?
In diesem großen, wunderschön geschriebenen Roman erzählt Sabine Gruber spannend und präzise von der Verflechtung persönlicher und historischer Ereignisse, von Stillbach und von Rom, von Verrat und Verbrechen, von Sehnsucht, Wahrheit und neuer Liebe.

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Bibliografie

978-3-406-62166-6

Erschienen am 21. Juli 2011

3. Auflage

379 S.

Gebunden

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Pressestimmen

Pressestimmen

"In Sabine Grubers jüngstem Roman 'Stillbach oder Die Sehnsucht' treffen fiktive auf historisch verbürgte Figuren – aus exakt recherchierter Zeitgeschichte macht die Autorin ein umwerfendes Buch."
Wolfgang Paterno, profil, 11. Juli 2011



"Geschichte ist hier Trumpf. Der Roman beißt sich fest an ihr, und besonders angetan haben es ihm die Grenzen: die Grenzen zwischen Menschen wie die Grenzen zwischen Ländern und Sprachen. (…) Im Chor all der mahnenden Stimmen, die von Krieg und Ungerechtigkeit erzählen, überzeugt sie kraft ihres Themas."
Andrea Heinz, Die Zeit, 25. August 2011



"Der neue Roman der 1963 in Meran geborenen Autorin Sabine Gruber nimmt sich des zwiespältigen Schicksals dieser zwischen der deutschen und der italienischen Diktatur zerriebenen Südtiroler Volksgruppe mit Feingefühl und Akribie an. (...) Dieses Schicksal blättert Gruber in raffinierter Langsamkeit, in mehrfacher erzählerischer Verschachtelung auf."
Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 27. Juli 2011



"[Es] gibt sicherlich viele Leser, die ohne diesen Roman nie etwas über die durch ihn erzählte historische Vergangenheit erfahren hätten. Das vor allem macht 'Stillbach oder die Sehnsucht' zu einem wertvollen Buch."
Michaela Schmitz, Deutschlandfunk, 7. November 2011



"Sabine Gruber gehört zu den wichtigsten Talenten der österreichischen Autorengeneration nach Elfriede Jelinek und Marlene Streeruwitz."
Frankfurter Allgemeine Zeitung



"Was den Roman 'Stillbach oder Die Sehnsucht' zum grandiosen Beispiel einer Literatur macht, die sich auf die Geschichte einlässt und was den Rang der Schriftstellerin Sabine Gruber zeigt, ist ihre Kunst, Personen und Handlungsstränge zu verknüpfen, richtige und falsche Fährten zu legen, Wahrheiten allmählich zu enthüllen und ihre Themen ganz aufgehen zu lassen im Erzählstrom. So wie in diesem Roman gelingt das nur ganz selten."
Cornelius Hell, ORF – Ex libris, 7. August 2011



"Sabine Gruber hat einen souverän komponierten  Roman geschrieben, in dem sie den Lügen der Propaganda hier wie dort nicht nur die penibel recherchierten Fakten, sondern auch die Wahrheit der Fiktion entgegensetzt."
Karl-Markus Gauss, Neue Zürcher Zeitung, 12. Oktober 2011



"Grubers fraglose[n] sprachliche[n] und poetisch[e] Qualitäten."
Alexander Kosenina, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. September 2011



"Unverkennbar ist (...) die Dramatikerin Gruber am Werk, die die detailreich recherchierten Ereignisse in den Dialogen ihrer Figuren auf die Bühne hebt."
Ulrike Baureithel, Der Tagesspiegel, 22. Januar 2012



"Grubers Roman [ist] ein wichtiges Buch über die fehlende Aufarbeitung der südtirolerisch-italienisch-deutschen Geschichte, über die Schwierigkeiten von Menschen, denen durch rücksichtslose Machtpolitik eine fremde Identität aufgezwungen wird und über den Wandel weiblicher Biografien im letzten Jahrhundert."
Barbara Becker, Berliner Zeitung, 1. September 2011



"Gleich mehrere Geschichten hat die Südtirolerin Sabine Gruber in ihrem neuen Werk auf eindrucksvoll-sensible Weise verknüpft."
ORF.at, August 2011



"Ersetzt das Wolkengewebe jenes Sinngewebe, das auf der Erde zerrissen ist? , fragt Clara am Ende des Romans beim Blick in den Himmel über Rom. Nein, Sinn ergibt allein dieser grandios komponierte Roman. Er verwebt die verschiedenen Zeiten, Orte und Biografien so kunstvoll miteinander, er schafft ein so fein gesponnenes Netz aus Leitmotiven, Bildern und Symbolen, dass sich daraus eine ganz eigene, viel tiefere Wahrheit ergibt: nicht die historische, sondern die literarische; nicht die Wahrheit der Fakten, sondern die der Fiktion."
Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung, 30. Juli 2011



"Die dargestellten Beziehungen veranschaulichen, woran die Figuren leiden oder zu zerbrechen drohen, wonach sie sich sehnen, sofern sie es nicht ganz verlernt haben, die eigenen Bedürfnisse im Auge zu behalten; die dargestellten Empfindungen sind zeitunabhängig. Und noch eins ist nicht zu übersehen: leise Ironie, vor allem dort, wo Erzählstrategien getestet und gleichzeitig aus anderen Positionen beleuchtet werden."
Johann Holzner, Die Furche, booklet, 1. September 2011



"Eines geht ins andere, alles ist miteinander verbunden – ohne Lötspuren und ohne zu verwirren."
ORF.at, August 2011



"Das Private fügt sich ins Ganze ein, das große Allgemeine von Politik und Geschichte bestimmt Glück, Liebe und Sehnsucht des Einzelnen."
Der Spiegel, 25. Juli 2011