Cover: Markovits, Inga, Gerechtigkeit in Lüritz

Markovits, Inga

Gerechtigkeit in Lüritz

Broschur 19,95 €
Wie in der DDR das Recht funktionierte
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Markovits, Inga

Gerechtigkeit in Lüritz

Eine ostdeutsche Rechtsgeschichte.

Wie in der DDR das Recht funktionierte

Bei ihren Recherchen zum Rechtsalltag in der DDR entdeckte die Rechtshistorikerin Inga Markovits im Keller des Gerichtsgebäudes einer ostdeutschen Kleinstadt das komplette Gerichtsarchiv aus vier Jahrzehnten realsozialistischer Rechtsprechung. In diesem Buch erzählt sie von dem Aktenfund und davon, was diese Akten verraten. Ihre „dichte Beschreibung“ des Alltagslebens in der DDR entreißt die vielen kleinen Geschichten der Vergänglichkeit des Augenblicks und gibt den Blick auf Muster frei, die das Handeln der Menschen bestimmten.
Lüritz gibt es nicht. Aber es gibt die malerische ostdeutsche Kleinstadt, die sich hinter diesem Namen verbirgt, und es gibt das große Gerichtsgebäude, in dem heute das Amtsgericht sitzt und in dessen Kellern Inga Markovits den Aktenschatz fand, der zur Grundlage für dieses Buch wurde. Die Ein- und Ausgänge einer vierzigjährigen sozialistischen Gerichtspraxis waren – mangels Personal – einfach gebündelt und weggeräumt worden: Haftbefehle und Bürgerschreiben, Arbeitspläne und Richternotizen, Anweisungen von oben und Anfragen von unten, Dienstliches und Menschliches. Die Rechtshistorikerin, die wissen wollte, welche Rolle das Recht der DDR denn nun im Leben seiner Bürger spielte, war bei ihrer Spurensuche auf Gold gestoßen.
Lüritz ist nicht Berlin. Aber die Rechtsgeschichte, die die Verfasserin aus ihren Aktenstudien und vielen Interviews mit Lüritzer Rechtshonoratioren und Bürgern kondensiert hat, mag der Alltagswirklichkeit des Rechts in der DDR näher kommen, als der SED lieb gewesen wäre. Markovits verteufelt nicht und beschönigt nicht. Statt dessen zeichnet sie mit viel menschlichem Einfühlungsvermögen die Entwicklungslinien eines Rechtssystems, das mit den Hoffnungen einiger weniger begann und unter der Last der Enttäuschungen vieler zugrunde ging.

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Details

978-3-406-55054-6

Erschienen am 20. September 2006

304 S.

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Inhalt
Vorbemerkung

1. Der Aktenfund

2. Der Anfang

3. Leute

4. Eigentum

5. Arbeit

6. Familien

7. Strafen

8. Die Partei

9. Hoffnungen und Lügen

10. Das Ende

Anmerkungen

Pressestimmen

Pressestimmen

"Als Ergebnis legt sie eine exemplarische Geschichte der DDR-Justiz vor, überzeugend in der Analyse und obendrein glänzend geschrieben."
Josef Ohler, Publik-Forum, 12. Oktober 2007



"Es gab Gerechtigkeit in Lüritz, und manches Unrecht, sagt ein wunderbares Buch über die Justiz in einer kleinen Stadt der DDR. (...) Damals konnte sie zum ersten Mal ganz offen sprechen mit ostdeutschen Professoren, Richtern und Staatsanwälten, die sie zum Teil schon länger kannte, und schrieb darüber ein Tagebuch, Die Abwicklung, erschienen 1993. Das war bisher das Beste zur DDR-Justiz. Nun hat sie sich selbst übertroffen. (...) Ein Buch, das vieles richtig stellt, eine Rechtsgeschichte von unten, die das beliebte Bild von der „guten“ westdeutschen Justiz und der „bösen“ im Osten sorgfältig und sensibel sehr viel genauer zeichnet."
Uwe Wesel, Die Zeit, 1. Februar 2007



"Eine Justizgeschichte der DDR „von unten“, geschrieben von einer Autorin, die einen offenen Blick für die menschliche Seite hat und empfindlich ist für sprachliche Valeurs, kann nicht authentischer geschrieben werden als auf einer solchen Basis. (...) Die Interviewten haben ihr mit Recht vertraut; denn die als Juristin ausgebildete Historikerin ist wie eine sorgsame Ethnologin vorgegangen. Sie hat sich innerlich herausgehalten, aber sich doch von einer gewissen warmherzigen Empathie tragen lassen, solange sie nicht auf wirklich unmoralische und abstoßende Dinge stieß. (...) In dieser lesbaren, zutiefst sympathischen Form, mit diesen unterschiedlichen Interviewpartnern, in dieser Frische und Nähe zum Gegenstand wird eine „ostdeutsche Rechtsgeschichte“ nicht noch ein zweites Mal geschrieben werden."
Michael Stolleis, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. November 2006



"Inga Markovits breitet die Akten eines DDR-Kreisgerichts vor uns aus und damit das Leben einer Stadt."
Martin Klesmann, Berliner Zeitung, 4. Oktober 2006



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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-55054-6

Erschienen am 20. September 2006

304 S.

Softcover

Softcover 19,950 € Kaufen

Markovits, Inga

Gerechtigkeit in Lüritz

Eine ostdeutsche Rechtsgeschichte

Wie in der DDR das Recht funktionierte

Bei ihren Recherchen zum Rechtsalltag in der DDR entdeckte die Rechtshistorikerin Inga Markovits im Keller des Gerichtsgebäudes einer ostdeutschen Kleinstadt das komplette Gerichtsarchiv aus vier Jahrzehnten realsozialistischer Rechtsprechung. In diesem Buch erzählt sie von dem Aktenfund und davon, was diese Akten verraten. Ihre „dichte Beschreibung“ des Alltagslebens in der DDR entreißt die vielen kleinen Geschichten der Vergänglichkeit des Augenblicks und gibt den Blick auf Muster frei, die das Handeln der Menschen bestimmten.
Lüritz gibt es nicht. Aber es gibt die malerische ostdeutsche Kleinstadt, die sich hinter diesem Namen verbirgt, und es gibt das große Gerichtsgebäude, in dem heute das Amtsgericht sitzt und in dessen Kellern Inga Markovits den Aktenschatz fand, der zur Grundlage für dieses Buch wurde. Die Ein- und Ausgänge einer vierzigjährigen sozialistischen Gerichtspraxis waren – mangels Personal – einfach gebündelt und weggeräumt worden: Haftbefehle und Bürgerschreiben, Arbeitspläne und Richternotizen, Anweisungen von oben und Anfragen von unten, Dienstliches und Menschliches. Die Rechtshistorikerin, die wissen wollte, welche Rolle das Recht der DDR denn nun im Leben seiner Bürger spielte, war bei ihrer Spurensuche auf Gold gestoßen.
Lüritz ist nicht Berlin. Aber die Rechtsgeschichte, die die Verfasserin aus ihren Aktenstudien und vielen Interviews mit Lüritzer Rechtshonoratioren und Bürgern kondensiert hat, mag der Alltagswirklichkeit des Rechts in der DDR näher kommen, als der SED lieb gewesen wäre. Markovits verteufelt nicht und beschönigt nicht. Statt dessen zeichnet sie mit viel menschlichem Einfühlungsvermögen die Entwicklungslinien eines Rechtssystems, das mit den Hoffnungen einiger weniger begann und unter der Last der Enttäuschungen vieler zugrunde ging.
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Webcode: /17114

Inhalt

Vorbemerkung

1. Der Aktenfund

2. Der Anfang

3. Leute

4. Eigentum

5. Arbeit

6. Familien

7. Strafen

8. Die Partei

9. Hoffnungen und Lügen

10. Das Ende

Anmerkungen

Pressestimmen

"Als Ergebnis legt sie eine exemplarische Geschichte der DDR-Justiz vor, überzeugend in der Analyse und obendrein glänzend geschrieben."
Josef Ohler, Publik-Forum, 12. Oktober 2007


"Es gab Gerechtigkeit in Lüritz, und manches Unrecht, sagt ein wunderbares Buch über die Justiz in einer kleinen Stadt der DDR. (...) Damals konnte sie zum ersten Mal ganz offen sprechen mit ostdeutschen Professoren, Richtern und Staatsanwälten, die sie zum Teil schon länger kannte, und schrieb darüber ein Tagebuch, Die Abwicklung, erschienen 1993. Das war bisher das Beste zur DDR-Justiz. Nun hat sie sich selbst übertroffen. (...) Ein Buch, das vieles richtig stellt, eine Rechtsgeschichte von unten, die das beliebte Bild von der „guten“ westdeutschen Justiz und der „bösen“ im Osten sorgfältig und sensibel sehr viel genauer zeichnet."
Uwe Wesel, Die Zeit, 1. Februar 2007


"Eine Justizgeschichte der DDR „von unten“, geschrieben von einer Autorin, die einen offenen Blick für die menschliche Seite hat und empfindlich ist für sprachliche Valeurs, kann nicht authentischer geschrieben werden als auf einer solchen Basis. (...) Die Interviewten haben ihr mit Recht vertraut; denn die als Juristin ausgebildete Historikerin ist wie eine sorgsame Ethnologin vorgegangen. Sie hat sich innerlich herausgehalten, aber sich doch von einer gewissen warmherzigen Empathie tragen lassen, solange sie nicht auf wirklich unmoralische und abstoßende Dinge stieß. (...) In dieser lesbaren, zutiefst sympathischen Form, mit diesen unterschiedlichen Interviewpartnern, in dieser Frische und Nähe zum Gegenstand wird eine „ostdeutsche Rechtsgeschichte“ nicht noch ein zweites Mal geschrieben werden."
Michael Stolleis, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. November 2006


"Inga Markovits breitet die Akten eines DDR-Kreisgerichts vor uns aus und damit das Leben einer Stadt."
Martin Klesmann, Berliner Zeitung, 4. Oktober 2006