Jill Lepore: Diese Wahrheiten

Weltmacht am Scheideweg

Die Sachbuch-Bestenliste für Oktober: Platz 9

"Die Amerikaner stammen von Eroberern und Eroberten ab, von Menschen die als Sklaven gehalten wurden, und von Menschen die Sklaven hielten, von der Union und von der Konföderation, von Protestanten und von Juden, von Muslimen und von Katholiken, von Einwanderern und von Menschen, die dafür gekämpft haben, die Einwanderung zu beenden. In der amerikanischen Geschichte ist manchmal - wie in fast allen Nationalgeschichten - der Schurke des einen der Held des anderen. Aber dieses Argument bezieht sich auf die Fragen der Ideologie: Die Vereinigten Staaten sind auf Basis eines Grundbestands von Ideen und Vorstellungen gegründet worden, aber die Amerikaner sind inzwischen so gespalten, dass sie sich nicht mehr darin einig sind, wenn sie es denn jemals waren, welche Ideen und Vorstellungen das sind und waren."
Aus der Einleitung

In einer Prosa von funkelnder Schönheit erzählt die preisgekrönte Historikerin Jill Lepore die Geschichte der USA von ihren Anfängen bis zur Gegenwart.  Sie schildert sie im Spiegel jener «Wahrheiten» (Thomas Jefferson), auf deren Fundament die Nation gegründet wurde: der Ideen von der Gleichheit aller Menschen, ihren naturgegebenen Rechten und der Volkssouveränität. Meisterhaft verknüpft sie dabei das widersprüchliche Ringen um den richtigen Weg Amerikas mit den Menschen, die seine Geschichte gestaltet oder durchlitten haben. Sklaverei und Rassendiskriminierung kommen ebenso zur Sprache wie der Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen oder die wachsende Bedeutung der Medien. Jill Lepores große Gesamtdarstellung ist aufregend modern und direkt, eine Geschichte der politischen Kultur, die neue Wege beschreitet und das historische Geschehen geradezu hautnah lebendig werden lässt.

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Veranstaltungen mit Jill Lepore

17. Oktober: Essen, Kulturwissenschaftliches Institut Essen
18. Oktober: Frankfurt, Jill Lepore zu Gast am FAZ-Stand auf der Frankfurter Buchmesse
21. Oktober: Berlin, American Academy Berlin
22. Oktober: München, Literaturhaus 
23. Oktober: Zürich, Schauspielhaus Zürich

Reservierungen und aktuelle Informationen

Über die Autorin

Jill Lepore ist Professorin für amerikanische Geschichte an der Harvard Universität und Staff writer des Magazins "The New Yorker". Sie hat mehr als ein halbes Dutzend Preise für ihre Bücher erhalten und war Finalistin für den National Book Award und den Pulitzer-Preis. Ihr Opus magnum "Diese Wahrheiten" stand wochenlang auf den amerikanischen Bestsellerlisten.

"Wir brauchen dieses Buch. Seine Reichweite ist groß, seine Erzählung frisch und seine Bilanz ernüchternd."
The New York Times

Diese Wahrheiten erscheint in der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung. Ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren in der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung herausragende geisteswissenschaftliche Forschungsleistungen einer interessierten Öffentlichkeit.

“Staunenswert... Lepore zeigt uns Bilder eines Amerika, das besser ist, als manche von uns dachten, schlimmer als sich die meisten von uns träumen lassen, und unheimlicher, als die meisten ernsthaften Geschichtsbücher jemals vermitteln.” 
Casey N. Cep, Harvard Magazine

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG Die Frage stellen

ERSTER TEIL DIE IDEE 1492 – 1799

EINS Das Wesen der Vergangenheit
ZWEI Die Herrscher und die Beherrschten
DREI Von Kriegen und Revolutionen
VIER Die Verfassung einer Nation

ZWEITER TEIL DAS VOLK 1800 – 1865

FÜNF Eine Demokratie der Zahlen
SECHS Die Seele und die Maschine
SIEBEN Von Schiffen und Schiffswracks
ACHT Das Gesicht der Schlacht

DRITTER TEIL DER STAAT 1866 – 1945

NEUN Von Bürgern, Personen und Menschen
ZEHN Effizienz und die Massen
ELF Eine Verfassung für den Äther
ZWÖLF Die Brutalität der Moderne

VIERTER TEIL DIE MASCHINE 1946 – 2016

DREIZEHN Eine Welt des Wissens
VIERZEHN Recht und Unrecht
FÜNFZEHN Kampflinien
SECHZEHN Amerika, aus den Fugen

EPILOG Die aufgeworfene Frage

DANK

ANHANG

Anmerkungen
Bildnachweis
Register

Leseprobe: Einleitung: Die Frage stellen

DER LAUF DER GESCHICHTE ist nicht vorhersehbar, er ist so unregelmäßig wie das Wetter, so wechselhaft wie Empfi ndungen. Nationen erstarken und fallen durch Laune und Zufall, heimgesucht von Gewalt, korrumpiert von Gier, erobert von Tyrannen, überfallen von Schurken, verwirrt von Demagogen. Dies alles traf zu, bis die Leserschaft einer Zeitung namens New-York Packet eines Tages, am Dienstag, dem 30. Oktober 1787, auf der Titelseite des Blattes eine Anzeige für einen Almanach vorfand, der Tabellen mit Angaben zum «Aufgang und Untergang der Sonne», zur «Beurteilung des Wetters», zur «Länge von Tagen und Nächten» und als Zugabe etwas vollkommen Neues enthielt: die Verfassung der Vereinigten Staaten, 4400 Wörter, die das Handeln der verschiedenen Abteilungen des Regierungssystems und die Teilung seiner Gewalten darzustellen versuchten, als ob es sich dabei um Fragen der Physik wie den Durchgang des Mondes vor der Sonne oder den Wechsel der Gezeiten handelte. Dies sollte den Beginn einer neuen Ära anzeigen, in welcher der Lauf der Geschichte vielleicht vorhersagbar gemacht und ein Regierungssystem geschaffen werden könnte, das nicht durch Zufall und Gewalt, sondern durch Vernunft und freie Entscheidung gelenkt werden würde. Die Ursprünge dieses Gedankens und sein Schicksal machen die amerikanische Geschichte aus. 

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Pressestimmen

"So frisch, neu und spannend, als hörte man von diesem seltsamen Land zum ersten Mal: Die amerikanische Historikerin schreibt eine aufregend andere politische Geschichte der USA."
ZEIT Messebeilage

"Eine völlig neue, brillant erzählte Geschichte der Vereinigten Staaten (…) ein bahnbrechendes, ach was: revolutionäres Buch über den politischen Werdegang des Landes."
Alexander Cammann, ZEIT Messebeilage

"Ein Buch, das seinesgleichen sucht: eine hochinformative Rückschau auf die Geschichte der USA."
Lea Haller, NZZ Geschichte

"Die Übersetzung Werner Rollers ist hervorragend, sie trifft die Wörter ebenso wie den Tonfall und macht die Lektüre von tausend Seiten zu einem lehrreichen Vergnügen. Jill Lepores „Diese Wahrheiten“ ist die spannendste und tiefgründigste, die souveränste und eleganteste, kurz die beste Geschichte der USA, die es im Moment gibt – amerikanische Geschichte für die neuen Fragen des beginnenden 21. Jahrhunderts."
Paul Nolte, Zeitschrift für Kulturaustausch

"Ein Ritt durch die Geschichte, bei dem man das Land in all seinen Widersprüchen kennenlernt."
ZEIT-Sachbuch-Bestenliste Oktober 2019

"Lepore’s brillantes Buch läutet hell wie eine Kirchenglocke - der luzide, willkommene Ertrag eines klaren Denkens und eines scharfsinnigen Verstandes."
Karen R. Long, Newsday


"Lepore verbindet die Genauigkeit und umfassende Sachkenntnis der Gelehrten mit der lyrischen Präzision einer Dichterin... Dieses Buch ist schon jetzt ein Klassiker.“

Kwame Anthony Appiah

"Jeder, der sich für die Zukunft Amerikas interessiert, muss dieses Buch lesen. Eine unserer größten Historikerinnen triumphiert, wo schon so viele gescheitert sind, aus der ganzen Leinwand unserer Geschichte einen Sinn zu ziehen... Lepore macht alles lebendig, das Gute, das Schlechte, das Schöne und das Hässliche.“
Lynn Hunt

“Brillant... Erst wenn man es zu lesen beginnt, begreift man, wie dringend unsere Zeit ein Buch wie dieses gebraucht hat.”
Andrew Sullivan, New York Times

“Jill Lepore ist eine wirklich außergewöhnlich begabte Autorin, und ‚Diese Wahrheiten‘ ist nichts Geringeres als ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung. Indem sie sich mit der schmerzhaften Vergangenheit (und Gegenwart) unseres Landes intellektuell aufrichtig auseinandersetzt, hat sie ein Buch geschrieben, dass die Geschichte Amerikas einfängt in all ihrem Leiden und all ihrem Triumph.”
Michael Schaub, National Public Radio