Cover: Reinhardt, Volker, Montaigne

Reinhardt, Volker

Montaigne

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Reinhardt, Volker

Montaigne

Philosophie in Zeiten des Krieges. Eine Biographie

Sich immer eine Hintertür offen halten, nie alles von sich preisgeben, die Dinge plötzlich von ganz anderer Seite betrachten: Volker Reinhardt erzählt das Leben des philosophischen Virtuosen Montaigne konsequent in seinem historischen Kontext, der Zeit der Bürgerkriege in Frankreich. So erhält der Parlamentsrat, Romreisende, Bürgermeister von Bordeaux und Kammeredelmann scharfe Konturen, und wir können den Philosophen in seinem Schlossturm, der mit souveräner Distanz auf sich und die Welt blickt, besser verstehen.

Schloss Montaigne, auf dem Höhepunkt der Bürgerkriege: Es klopft. Ein Mann wurde überfallen und begehrt eilig Einlass. Nach und nach treffen seine Begleiterein. Montaigne schöpft Verdacht: ein trickreicher Überfall! Doch er lässt alle gastfreundlich ein. Die Naivität des Schlossherrn erweicht schließlich den Anführer, der das Signal zum Abzug gibt. Der Krieg zwingt zu unkonventionellen Überlebensstrategien. Montaigne empfiehlt mit dieser Episode «Natürlichkeit» im Verhalten und zugleich kluge Verstellung. Das ist auch die Strategie seiner Essays: Ob er über Freundschaft und Ehe, gute Gespräche und Erziehung oder über seine Krankheiten, Spleens und Obsessionen schreibt, immer wirkt er ganz arglos und spielt doch mit seinen Lesern. Bisher wurde die Biographie Montaignes meist aus seinen verführerisch authentisch klingenden Schriften abgeleitet. Volker Reinhardt geht den umgekehrten Weg und macht von Montaignes Leben aus die Essays neuverständlich: als eine Überlebensphilosophie in Zeiten der Gewalt, die uns bis heute direkt anspricht.

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978-3-406-79741-5

Erschienen am 26. Januar 2023

330 S., mit 23 Abbildungen und 2 Karten

Hardcover

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Inhalt
Einleitung: Schreiben gegen die Gewalt

Erstes Kapitel: HERKUNFT UND JUGEND 1533–1548
Selbstbildnis als Aristokrat
Von Eyquem zu Montaigne
Experimentelle Erziehung
Auf dem Collège

Zweites Kapitel: KARRIEREHOFFNUNGEN, KARRIEREBRÜCHE 1549–1570
Landleben und natürliche Theologie
Jurist wider Willen
Freundschaft mit Etienne de la Boétie
Das Geschäft der Ehe
Der König und die Kannibalen
Der Austritt aus dem parlement
Abrechnung mit der Justiz

Drittes Kapitel: DER EDELMANN ALS SCHRIFTSTELLER 1571–1580
Schlossherr im Bürgerkrieg
Vier Widmungen, ein Ziel
Der Ritter mit der goldenen Kette
Vermittlungsarbeit zu Pferd und am Schreibtisch
Die Essais von 1580 I : Anleitung zum Zweifel
Die Essais von 1580 II : Anleitung zum Leben
Die Essais von 1580 III : Das Ich und die anderen
Die Essais von 1580 IV : Strategien des Überzeugens

Viertes Kapitel: DIE REISE NACH ROM 1580–1581
Das «Reisetagebuch» und seine Rätsel
Die Reise des Standesherrn
Der Todessprung
Römische Exkursionen I: Der Mörder, der Papst und der Exorzist
Römische Exkursionen II: Jüdische und christliche Riten
Die Zensur
Der Körper und seine Rechte

Fünftes Kapitel: BÜRGERMEISTER VON BORDEAUXUND EHRLICHER MAKLER 1581–1588
Die Mühen der Politik
Die Wiederwahl
Eine untertänige Mahnung, viel Routine und ein königlicher Besuch
Schreiben im Zeichen der Bedrohung
Im Elend
Auf gefahrvoller Mission
Die Essais von 1588 I: Entstehung und Umrisse
Die Essais von 1588 II: Wider den Wahn
Die Essais von 1588 III: Die Methode der Selbsterkenntnis
Die Essais von 1588 IV: Selbstbildnis als Biedermann

Sechstes Kapitel: RUHE UND RESIGNATION – DIE LETZTEN JAHRE 1588–1592
Eine Tochter im Geiste und drei illustre Todesfälle
Briefe an Heinrich IV.
Stille Tage auf Schloss Montaigne


Anhang
Zeittafel
Anmerkungen
Literatur
Bildnachweis
Personenregister
Pressestimmen

Pressestimmen

„Präzise und überaus lesenswerte historische Kontextualisierung“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Thomas Macho



„Das ist anregend, erhellend, auch zum Widerspruch einladend.“
Der Standard, Alexander Kluy



„Reinhardt lässt sich nicht um den Finger wickeln. Mit beeindruckendem Spürsinn entwirrt er das Knäuel aus List, gezielten Abschweifungen und Täuschungsmanövern in Montaignes Schriften“
Die ZEIT, Marianna Lieder



„Würdigt Montaigne einfühlsam als Weisen seiner Zeit.“
Falter, Thomas Leitner



„Von den taktischen Finessen des Michel de Montaignes, von seinen Verschleierungen und den seine Kritiker in die Irre führenden Täuschungen handelt diese sorgfältig recherchierte Biografie.“
ND Der Tag, Harald Loch



„Wer sich mit Michel de Montaigne erst anfreunden will oder längst angefreundet hat, ist gut beraten, zu Volker Reinhardts neuer Biographie zu greifen.“
Wiener Zeitung, Michael vom Hove



„Reinhardt gelingt es sehr gut, die bis heute anhaltende Faszination der Essais auf eine solide historische Grundlage zu stellen.“
Badische Neueste Nachrichten, Georg Patzer



„Wie in seiner vor einem Jahr erschienenen Voltaire-Biografie verzichtet Reinhardt auf die Diskussion der Sekundärliteratur, leserfreundlich lässt er sich in seiner Lebenserzählung einzig durch Verweise auf Montaignes Meisterwerk leiten.“
DIE WELT, Wolf Lepenies



Platz 2 der Sachbuch-Bestenliste von ZEIT, ZDF und Deutschlandfunk im März 2023: „Wie überlebt man als kritischer Denker in Zeiten von Krieg, Inquisition und strenger Zensur? Dieser Frage geht Volker Reinhardt in seiner Montaigne-Biografie nach.“



Sachbuch-Bestenliste von WELT, NZZ, RBB Kultur und ORF im März 2023
„Zeigt Michel de Montaigne als einen faszinierenden Menschen, der uns noch heute allerhand über Sitten lehrt.“



„Volker Reinhardt schildert Montaignes Leben konsequent vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund und rückt das Bild des einsamen adligen Gelehrten Montaigne zurecht.“

Neue Zürcher Zeitung, Thomas Ribi



„Damit räumt Volker Reinhardts so gründliche wie lesbare Biografie endlich auf: Der Historiker beleuchtet den ‚fremden‘ Montaigne des 16. Jahrhunderts.“
Philosophie Magazin, Jutta Person



„Fast nebenbei gelingt Reinhardt ein beeindruckendes Panoramabild des von Glaubenskriegen und Machtkämpfen zerrissenen Frankreichs des 16. Jahrhunderts, vor dessen Hintergrund Montaignes Leben und Denken erst plastisch und greifbar wird.“
Cicero, Alexander Grau



„Beeindruckend … rekonstruiert aus vielerlei Quellen und fundierter Kenntnis die tatsächliche Biografie Montaignes“
Tagesspiegel, Erhard Schütz



„Volker Reinhardts Biografie … zeigt den Menschen Montaigne in seiner Zeit und kann dazu verführen, ihn wieder zu lesen oder seine Essays ganz neu zu entdecken.“
SWR 2 Lesenswert Magazin, Holger Heimann



Empfehlungen

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Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-79741-5

Erschienen am 26. Januar 2023

330 S., mit 23 Abbildungen und 2 Karten

Hardcover

Hardcover 29,900 € Kaufen
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Reinhardt, Volker

Montaigne

Philosophie in Zeiten des Krieges

Sich immer eine Hintertür offen halten, nie alles von sich preisgeben, die Dinge plötzlich von ganz anderer Seite betrachten: Volker Reinhardt erzählt das Leben des philosophischen Virtuosen Montaigne konsequent in seinem historischen Kontext, der Zeit der Bürgerkriege in Frankreich. So erhält der Parlamentsrat, Romreisende, Bürgermeister von Bordeaux und Kammeredelmann scharfe Konturen, und wir können den Philosophen in seinem Schlossturm, der mit souveräner Distanz auf sich und die Welt blickt, besser verstehen.

Schloss Montaigne, auf dem Höhepunkt der Bürgerkriege: Es klopft. Ein Mann wurde überfallen und begehrt eilig Einlass. Nach und nach treffen seine Begleiterein. Montaigne schöpft Verdacht: ein trickreicher Überfall! Doch er lässt alle gastfreundlich ein. Die Naivität des Schlossherrn erweicht schließlich den Anführer, der das Signal zum Abzug gibt. Der Krieg zwingt zu unkonventionellen Überlebensstrategien. Montaigne empfiehlt mit dieser Episode «Natürlichkeit» im Verhalten und zugleich kluge Verstellung. Das ist auch die Strategie seiner Essays: Ob er über Freundschaft und Ehe, gute Gespräche und Erziehung oder über seine Krankheiten, Spleens und Obsessionen schreibt, immer wirkt er ganz arglos und spielt doch mit seinen Lesern. Bisher wurde die Biographie Montaignes meist aus seinen verführerisch authentisch klingenden Schriften abgeleitet. Volker Reinhardt geht den umgekehrten Weg und macht von Montaignes Leben aus die Essays neuverständlich: als eine Überlebensphilosophie in Zeiten der Gewalt, die uns bis heute direkt anspricht.
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Inhalt

Einleitung: Schreiben gegen die Gewalt

Erstes Kapitel: HERKUNFT UND JUGEND 1533–1548
Selbstbildnis als Aristokrat
Von Eyquem zu Montaigne
Experimentelle Erziehung
Auf dem Collège

Zweites Kapitel: KARRIEREHOFFNUNGEN, KARRIEREBRÜCHE 1549–1570
Landleben und natürliche Theologie
Jurist wider Willen
Freundschaft mit Etienne de la Boétie
Das Geschäft der Ehe
Der König und die Kannibalen
Der Austritt aus dem parlement
Abrechnung mit der Justiz

Drittes Kapitel: DER EDELMANN ALS SCHRIFTSTELLER 1571–1580
Schlossherr im Bürgerkrieg
Vier Widmungen, ein Ziel
Der Ritter mit der goldenen Kette
Vermittlungsarbeit zu Pferd und am Schreibtisch
Die Essais von 1580 I : Anleitung zum Zweifel
Die Essais von 1580 II : Anleitung zum Leben
Die Essais von 1580 III : Das Ich und die anderen
Die Essais von 1580 IV : Strategien des Überzeugens

Viertes Kapitel: DIE REISE NACH ROM 1580–1581
Das «Reisetagebuch» und seine Rätsel
Die Reise des Standesherrn
Der Todessprung
Römische Exkursionen I: Der Mörder, der Papst und der Exorzist
Römische Exkursionen II: Jüdische und christliche Riten
Die Zensur
Der Körper und seine Rechte

Fünftes Kapitel: BÜRGERMEISTER VON BORDEAUXUND EHRLICHER MAKLER 1581–1588
Die Mühen der Politik
Die Wiederwahl
Eine untertänige Mahnung, viel Routine und ein königlicher Besuch
Schreiben im Zeichen der Bedrohung
Im Elend
Auf gefahrvoller Mission
Die Essais von 1588 I: Entstehung und Umrisse
Die Essais von 1588 II: Wider den Wahn
Die Essais von 1588 III: Die Methode der Selbsterkenntnis
Die Essais von 1588 IV: Selbstbildnis als Biedermann

Sechstes Kapitel: RUHE UND RESIGNATION – DIE LETZTEN JAHRE 1588–1592
Eine Tochter im Geiste und drei illustre Todesfälle
Briefe an Heinrich IV.
Stille Tage auf Schloss Montaigne


Anhang
Zeittafel
Anmerkungen
Literatur
Bildnachweis
Personenregister

Pressestimmen

„Präzise und überaus lesenswerte historische Kontextualisierung“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Thomas Macho


„Das ist anregend, erhellend, auch zum Widerspruch einladend.“
Der Standard, Alexander Kluy


„Reinhardt lässt sich nicht um den Finger wickeln. Mit beeindruckendem Spürsinn entwirrt er das Knäuel aus List, gezielten Abschweifungen und Täuschungsmanövern in Montaignes Schriften“
Die ZEIT, Marianna Lieder


„Würdigt Montaigne einfühlsam als Weisen seiner Zeit.“
Falter, Thomas Leitner


„Von den taktischen Finessen des Michel de Montaignes, von seinen Verschleierungen und den seine Kritiker in die Irre führenden Täuschungen handelt diese sorgfältig recherchierte Biografie.“
ND Der Tag, Harald Loch


„Wer sich mit Michel de Montaigne erst anfreunden will oder längst angefreundet hat, ist gut beraten, zu Volker Reinhardts neuer Biographie zu greifen.“
Wiener Zeitung, Michael vom Hove


„Reinhardt gelingt es sehr gut, die bis heute anhaltende Faszination der Essais auf eine solide historische Grundlage zu stellen.“
Badische Neueste Nachrichten, Georg Patzer


„Wie in seiner vor einem Jahr erschienenen Voltaire-Biografie verzichtet Reinhardt auf die Diskussion der Sekundärliteratur, leserfreundlich lässt er sich in seiner Lebenserzählung einzig durch Verweise auf Montaignes Meisterwerk leiten.“
DIE WELT, Wolf Lepenies


Platz 2 der Sachbuch-Bestenliste von ZEIT, ZDF und Deutschlandfunk im März 2023: „Wie überlebt man als kritischer Denker in Zeiten von Krieg, Inquisition und strenger Zensur? Dieser Frage geht Volker Reinhardt in seiner Montaigne-Biografie nach.“


Sachbuch-Bestenliste von WELT, NZZ, RBB Kultur und ORF im März 2023
„Zeigt Michel de Montaigne als einen faszinierenden Menschen, der uns noch heute allerhand über Sitten lehrt.“


„Volker Reinhardt schildert Montaignes Leben konsequent vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund und rückt das Bild des einsamen adligen Gelehrten Montaigne zurecht.“

Neue Zürcher Zeitung, Thomas Ribi


„Damit räumt Volker Reinhardts so gründliche wie lesbare Biografie endlich auf: Der Historiker beleuchtet den ‚fremden‘ Montaigne des 16. Jahrhunderts.“
Philosophie Magazin, Jutta Person


„Fast nebenbei gelingt Reinhardt ein beeindruckendes Panoramabild des von Glaubenskriegen und Machtkämpfen zerrissenen Frankreichs des 16. Jahrhunderts, vor dessen Hintergrund Montaignes Leben und Denken erst plastisch und greifbar wird.“
Cicero, Alexander Grau


„Beeindruckend … rekonstruiert aus vielerlei Quellen und fundierter Kenntnis die tatsächliche Biografie Montaignes“
Tagesspiegel, Erhard Schütz


„Volker Reinhardts Biografie … zeigt den Menschen Montaigne in seiner Zeit und kann dazu verführen, ihn wieder zu lesen oder seine Essays ganz neu zu entdecken.“
SWR 2 Lesenswert Magazin, Holger Heimann