Cover: Woller, Hans, Thomas Mann

Woller, Hans

Thomas Mann

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Woller, Hans

Thomas Mann

Biografie eines Politischen.

Thomas Mann ist in aller Munde - vor allem als Familienoberhaupt einer Art deutscher Kulturroyals, deren morbide Geschichte unentwegt Stoff für Bestseller zu liefern scheint. Seine Werke werden hingegen nicht mehr so viel gelesen wie früher. Droht auch Thomas Mann das Schicksal anderer Klassiker, ein "rasch verstaubendes Kuriosum für Archivare" zu werden? Der Historiker Hans Woller entdeckt einen überraschend anderen Thomas Mann und zeigt, dass seine bleibende Bedeutung gerade auch in seinem politischen Wirken zu sehen ist.

Ungeachtet seiner Selbstinszenierung als entrückter Apostel der reinen Kunst war Thomas Mann zeitlebens ein homo politicus, der über Jahrzehnte im Zentrum des politischen Meinungsstreits stand. Vaterlandsverräter, Judengenosse, nützlicher Idiot Moskaus und Herzensdemokrat - man hat ihn verdammt, denunziert und zum Vorbild verklärt. Hans Woller entdeckt den politischen Thomas Mann neu und räumt dabei mit vielen Fehlurteilen auf: Der Nobelpreisträger galt als der gefährlichste geistige Widersacher Hitlers, war einer der schärfsten Kritiker seiner Wahlheimat, dem "Gangsterland" Amerika, und schreckte nicht vor Flirts mit dem Sowjetsystem Stalins zurück. Oft hellsichtig, aber ebenso oft Prophet des Irrtums, war der elitäre Patrizier für die Deutschen ein unbequemer Zeitgenosse, der wegen seines Freimuts so leicht in keine Schublade passte. Ob er uns gerade deswegen noch immer viel zu sagen hat?

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Inhalt
Einleitung

1. Die Erfindung des Spätzünders
Die Inkubationszeit des Politischen

2. Der Schreibtisch als Schützengraben
Thomas Manns Kriegsschriften als Kreuzzug gegen die Demokratie und Gewissensprüfung

3. Flirts mit links und rechts
Auf der Suche nach einer neuen politischen Identität

4. Demokratische Wende 1922?
Der Patrizier als Nothelfer der Weimarer Republik

5. Wider den «Hakenkreuz-Unfug»
Der Nobelpreisträger als Gegenspieler Hitlers

6. Marx und Hölderlin
Der Romantiker und die politische Linke

7. «Damenhaft in seinen Schmerzen»?
Thomas Manns Schweigen im Schweizer Exil

8. Ex oriente lux?
Moskauer Avancen und Ausbürgerung

9. Das «Kindervolk der Amerikaner»
Annäherung an die Neue Welt

10. Der «Rollstuhl-Cäsar»
Franklin D. Roosevelt, Thomas Mann und die neue Demokratie

11. «Hitlers gefährlichster Feind»
Thomas Mann im politischen Nahkampf

12. «Ein Volk von Amokläufern»
Thomas Mann und die Deutschen im Krieg

13. Persona non grata
Thomas Mann im Deutungskampf um Schuld und Sühne

14. «Gangsterland» Amerika
Irritation und Ärger über die Neue Welt

15. «Nützlicher Idiot und Mitläufer?»
Thomas Mann zwischen Ost und West im Kalten Krieg

16. Der Zauberer als Zauderer?
Thomas Mann und die zwei deutschen Staaten

17. «Air-conditioned nightmare»
Der verbitterte Abschied von Amerika

18. Thomas Manns Vermächtnis
Gesamtdeutsche Repräsentanz und Weltregierung

Post mortem
Der missbrauchte Mann?

ANHANG
Anmerkungen
Quellen und Literatur
Abkürzungen
Verzeichnis der Abbildungen
Personenregister

Empfehlungen

}

Bibliografische Reihen

Bibliografie

978-3-406-83036-5

Erscheint am 20. August 2026

495 S., mit 17 Abbildungen

Hardcover

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Woller, Hans

Thomas Mann

Biografie eines Politischen

Thomas Mann ist in aller Munde - vor allem als Familienoberhaupt einer Art deutscher Kulturroyals, deren morbide Geschichte unentwegt Stoff für Bestseller zu liefern scheint. Seine Werke werden hingegen nicht mehr so viel gelesen wie früher. Droht auch Thomas Mann das Schicksal anderer Klassiker, ein "rasch verstaubendes Kuriosum für Archivare" zu werden? Der Historiker Hans Woller entdeckt einen überraschend anderen Thomas Mann und zeigt, dass seine bleibende Bedeutung gerade auch in seinem politischen Wirken zu sehen ist.

Ungeachtet seiner Selbstinszenierung als entrückter Apostel der reinen Kunst war Thomas Mann zeitlebens ein homo politicus, der über Jahrzehnte im Zentrum des politischen Meinungsstreits stand. Vaterlandsverräter, Judengenosse, nützlicher Idiot Moskaus und Herzensdemokrat - man hat ihn verdammt, denunziert und zum Vorbild verklärt. Hans Woller entdeckt den politischen Thomas Mann neu und räumt dabei mit vielen Fehlurteilen auf: Der Nobelpreisträger galt als der gefährlichste geistige Widersacher Hitlers, war einer der schärfsten Kritiker seiner Wahlheimat, dem "Gangsterland" Amerika, und schreckte nicht vor Flirts mit dem Sowjetsystem Stalins zurück. Oft hellsichtig, aber ebenso oft Prophet des Irrtums, war der elitäre Patrizier für die Deutschen ein unbequemer Zeitgenosse, der wegen seines Freimuts so leicht in keine Schublade passte. Ob er uns gerade deswegen noch immer viel zu sagen hat?
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Inhalt

Einleitung

1. Die Erfindung des Spätzünders
Die Inkubationszeit des Politischen

2. Der Schreibtisch als Schützengraben
Thomas Manns Kriegsschriften als Kreuzzug gegen die Demokratie und Gewissensprüfung

3. Flirts mit links und rechts
Auf der Suche nach einer neuen politischen Identität

4. Demokratische Wende 1922?
Der Patrizier als Nothelfer der Weimarer Republik

5. Wider den «Hakenkreuz-Unfug»
Der Nobelpreisträger als Gegenspieler Hitlers

6. Marx und Hölderlin
Der Romantiker und die politische Linke

7. «Damenhaft in seinen Schmerzen»?
Thomas Manns Schweigen im Schweizer Exil

8. Ex oriente lux?
Moskauer Avancen und Ausbürgerung

9. Das «Kindervolk der Amerikaner»
Annäherung an die Neue Welt

10. Der «Rollstuhl-Cäsar»
Franklin D. Roosevelt, Thomas Mann und die neue Demokratie

11. «Hitlers gefährlichster Feind»
Thomas Mann im politischen Nahkampf

12. «Ein Volk von Amokläufern»
Thomas Mann und die Deutschen im Krieg

13. Persona non grata
Thomas Mann im Deutungskampf um Schuld und Sühne

14. «Gangsterland» Amerika
Irritation und Ärger über die Neue Welt

15. «Nützlicher Idiot und Mitläufer?»
Thomas Mann zwischen Ost und West im Kalten Krieg

16. Der Zauberer als Zauderer?
Thomas Mann und die zwei deutschen Staaten

17. «Air-conditioned nightmare»
Der verbitterte Abschied von Amerika

18. Thomas Manns Vermächtnis
Gesamtdeutsche Repräsentanz und Weltregierung

Post mortem
Der missbrauchte Mann?

ANHANG
Anmerkungen
Quellen und Literatur
Abkürzungen
Verzeichnis der Abbildungen
Personenregister